Fantastische Vier stellen in Dortmund neues Album vor

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Mit unbändiger Lust am Auftritt singen Thomas D. (links) und Michi Beck beim Klubkonzert in Dortmund.    

DORTMUND – Michi Beck wedelt dem Schlagzeuger mit einem Handtuch heiße Luft zu. Wenige Minuten zuvor sagte Smudo: „Wir schicken Euch den Bademeister rein zum Aufguss.“ Von Frank Zöllner

Und Temperaturen wie in der Sauna sind am Ende des zweistündigen Klubkonzertes der Fantastischen Vier erreicht. Die Band stellte am Dienstagabend vor 1 300 Fans im Dortmunder Freizeit-Zentrum West (FZW) erstmals die Songs des gerade veröffentlichten Studio-Albums „Für dich immer noch Fanta Sie“ live vor. Zwei Jahre Arbeit steckt in den 16 neuen Stücken. In der Setliste, die 22 Songs umfasst, finden sich zehn neue Lieder.

Heute steht der letzte von drei ausverkauften Auftritten von „Fanta 4“ im FZW auf dem Programm. Sie nutzen die Gelegenheit, um im kleinen Rahmen für die Open-Air-Saison im Sommer und die Herbsttournee zu proben (am 21. November in der Oberhausener Arena und am 24.11. in der Kölnarena).

Michi Beck meint zu Konzert-Beginn zum Publikum: „Danke, dass ihr euch das antut.“ So schlimm wird es natürlich nicht – dafür sind die Musiker zu routiniert. Allerdings ist der Mitteilungsdrang in den Songpausen so groß, dass sich die drei immer wieder gegenseitig ins Wort fallen – dies ist wohl der langen Pause geschuldet. Es wird dennoch ein mitreißender Auftritt, in dem es nur wenige Fehler wie einige Versprecher gibt.

Die vier Schwaben, die mittlerweile weit verstreut in Deutschland leben, haben sich Dortmund aus praktischen Gründen ausgesucht. Denn seit Sonntag probt die Band auf dem Gelände der Firma „satis&fy“ in Werne unter Idealbedingungen – Soundtüftler und DJ And.Ypsilon ist dabei schon einige Tage länger auf dem weitläufigen Gelände in der Lippestadt, um die musikalischen Grundlagen für die Tournee zu schaffen.

Beim Konzert steht er dann wieder wie gewohnt im Hintergrund an den Plattentellern neben den fünf Gastmusikern (Percussions, Keyboard, Schlagzeug, Gitarre und Bass) – eine Rolle, in der er sich offensichtlich sehr wohl fühlt. Mit „Was wollen wir noch mehr“ hat die Band nun ein Loblied auf And.Ypsilon geschrieben, dessen Refrain sich zudem ideal für das Publikum zum Nachsingen eignet, um damit Zugaben einzufordern.

Der vordere Teil der Bühne, die aus durchsichtigem Plexiglas besteht und mit Leuchtdioden durchzogen ist, gehört den Wortakrobaten Smudo, Thomas D. und Michi Beck.

Es sind 21 Jahre nach dem ersten Auftritt der deutschen Hip-Hop-Pioniere vergangen, doch die Ü40-Band strahlt eine unbändige Lust aus, endlich wieder aufzutreten. Mit dem Song „Wie Gladiatoren“ betreten die Rapper die Bühne – begleitet von einem opulenten Klangteppich. Später wird zu dem neuen Lied „Junge trifft Mädchen“ ein Wechselgesang eingeübt, der sich auf Festivals bestimmt hübsch stimmungsvoll ausnehmen wird. Auch „Bring It Back“ ist ein Old-School-Song, der für einen energiegeladenen Grundton in dem zweistündigen Programm sorgt. Umjubelte alte Hits wie „Picknicker“, „MfG“, „Tag am Meer“, „Troy“ und „Populär“ sind ebenfalls eingebaut – genau wie die aktuelle Single „Gebt uns ruhig die Schuld“.

Die neuen Songs sind wie gewohnt gespickt mit Selbstzitaten und auch selbstreferentiell („Dann mach‘ doch mal“, „Was wollen wir noch mehr“). „Mantra“ singt Thomas D. wieder alleine und es geht dabei erneut spirituell-philosophisch zu.

Mehr Dampf hat „Kaputt“. Hier schreien die Exil- Schwaben, unterlegt von Bässen im Deichkind-Style, heraus: „Wenn Du mich hasst, dann fick Dich, und wenn Du mich liebst, dann fick mich“. Ohne Selbstironie geht es bei den Fantas nicht – und das wieder kompromisslos.

Quelle: wa.de

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