Einsparungen im Hammer Kulturetat soll alle treffen

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Die Helios-Jugend protestierte beim Stadtempfang gegen die geplanten Kürzungen. –

HAMM – Sparen ja – aber wo? Bei der Konsolidierung des städtischen Haushaltes gehen die Ansichten der Politiker darüber auseinander, an welcher Stelle besonders gespart werden soll; entsprechend spannend dürfte die Etatdebatte im Kulturausschuss werden, dessen öffentliche Sitzung am morgigen Donnerstag um 16 Uhr im Gerd-Bucerius-Saal des Heinrich-von-Kleist-Forums beginnt.

Während die CDU „in den suaren Apfel beißen“ und die geplanten Kürzungen notgedrungen weitgehend akzeptieren will, möchte die SPD „strukturelle Änderungen“ für den Haushaltsplanentwurf vorschlagen. Die FDP stellt einen Antrag, der die Sicherung des des Städtischen Musikvereins (mit dem Collegium Musicum und dem Chor) sowie der Hammer Big Band beinhaltet.

Insgesamt sind es rund 612 000 Euro, die im Kulturetat eingespart werden sollen: rund 500 000 bereits in diesem Jahr, nochmal gut 100 000 im nächsten – bei einem Anteil des Kulturetats in Höhe von 1,7 Prozent (rund 8,37 Millionen Euro) am gesamtstädtischen Haushalt.

Besonders kontrovers diskutiert wird zurzeit auch in der Öffentlichkeit die geplante Kürzung des Zuschusses für das „Helios-Theater“ um 20 000 Euro; eine Reduzierung um ein Viertel ist für das Ensemble „nicht hinnehmbar“ (WA berichtete).

Dadurch, dass die Honorarverträge mit den künstlerischen Leitern der Hammer Big Band (Klaus Heimann) und des Städtischen Musikvereins (Lothar R. Mayer) auslaufen sollen, könnten diesem Jahr knapp 16 0000 Euro, ab 2011 sogar 19 500 Euro eingespart werden. Dass das letzte Wort beim Städtischen Musikverein noch nicht gesprochen ist, hofft dessen Vorsitzende Brabra Kruse: Die Mitglieder könnten das Honorar nicht auch noch finanzieren, sie seien durch Fahrtkosten (wegen der Kooperation mit dem Chor in Siegen) und die Kosten für Noten stark genug belastet.

Die Sängerinnen und Sänger würden ihr Hobby schließlich auch in den Dienst der Stadt stellen, weil sie jährlich zwei Chor-Orchester-Konzerte mitgestalten. „Das ist eine kritische Sitation, die uns bevorsteht“, so Kruse.

Auf 105 000 Euro wird das Gustav-Lübcke-Museum verzichten. Jürgen Grewe, der kaufmännische Leiter, hofft das durch viele kleine Einzelmaßnahmen kompensieren zu können – beispielsweise durch Einsparungen bei Sachkosten, in der Öffentlichkeitsarbeit und bei den Öffenungszeiten: Das Museum soll künftig an gesetzlichen Feiertagen geschlossen bleiben, um Personalkosten einzusparen; an die Erhöhung des Eintritts sei nicht gedacht.

Mit allein 50 000 Euro schlägt die „Reduzierung“ der konzertanten Opernaufführung im KlassikSommer zu Buche – aufgrund bereits geschlossener Verträge allerdings erst ab 2011. Außerdem soll der Verkauf von Eintrittskarten 10 000 Euro mehr einbringen.

Für den „Kunst-Dünger“ will die Stadt künftig kein Geld mehr ausgeben (bisher 29 900 Euro) – ebensowenig wie für das Programm im Musikpavillon (25 000 Euro). Kulturfachbereichsleiter Ulrich Weißenberg zeigte sich auf WA-Anfrage zuversichtlich, für beides einen Sponsor zu finden, um die Angebote dennoch im bisher gewohnten Rahmen fortsetzen zu können.

Der Verzicht auf die Förderung von Vereinenund Projekten soll 15 00 Euro einsparen, die Waldbühne soll auf 10 000 Euro jährliche Förderung verzichten.

Um gleich 81 600 Euro sinkt bei den Stadtbüchereien das Budget für Medien. Ab 1. Juli sollen die Gebühren steigen und 20 000 Euro mehr in diesem beziehungsweise 40 000 Euro mehr im kommenden Jahr in die Kassen spülen. Die Übertragung der Bezirksbücherei Heessen auf einen freien Träger (WA berichtete) soll 59 000 Euro einsparen.

In der Volkshochschule sollen die Teilnehmergebühren steigen (69 850 Euro Mehreinnahmen ab 2011), Mittel zur Stellenausweitung gestrichen (16 300 Euro ab 2011) und das Angebot der alle zwei Jahre stattfindenden Hochschultage reduziert werden (12 000 Euro alle zwei Jahre). – san

Quelle: wa.de

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