„Dickste Freunde“ mit Vince Vaughn – Buddy-Komödie

+
Geneva (Winona Ryder) erklärt Nick (Kevin James) etwas, was Ronny (Vince Vaughn, rechts) überrascht. Beth (Jennifer Connelly) hört in „Dickste Freunde“ nur zu. ▪

Von Dirk Frank ▪ Zwei gestandene Männer, denen man ihren Wohlstand förmlich ansehen kann: Ronny (Vince Vaughn) und Nick (Kevin James) kennen sich noch aus dem College und sind gute Buddys. Ihre gemeinsame Firma für Autodesign in Detroit steht kurz vor dem Durchbruch, und auch privat kommen die beiden Sportfans gut klar. Nick hat kürzlich die aparte Geneva (Winona Ryder) geehelicht, und Ronny ist mit der nicht minder schmucken Beth (Jennifer Connelly) liiert. Zwischen Ronny und Nick herrscht eine brüderliche Ehrlichkeit und Offenheit in dem Film „Dickste Freunde“.

Doch die Männerfreundschaft bekommt einen erheblichen Schlag versetzt. Während Nick nichts davon ahnt, muss ausgerechnet der nassforsche Ronny mit einem „Dilemma“ (so lautet der Originaltitel) ganz alleine klar kommen. Er hat nämlich Geneva dabei erwischt, wie sie sich mit einem anderen Mann vergnügt. Wie und wann sag‘ ich ihm die grausame Wahrheit?, damit plagt sich nun der irritierte Ronny. Er schwankt fortan zwischen Offenbarung und Geheimhaltung. Sehr zur Unterhaltung der Zuschauer, denn der arme Kerl betätigt sich nun auch noch als Privatdetektiv. Und damit tritt er von einem Fettnäpfchen ins nächste, bis schließlich sogar sein eigenes Privatleben zur Krise einen sinnigen Beitrag liefert.

Regisseur Ron Howard, der ursprünglich mit Komödien wie „Eine Wahnsinnsfamilie“ begann, danach aber mit großkalibrigen Stoffen wie „Apollo 13“ sehr erfolgreich war, gönnt sich mal wieder einen sehr vergnüglichen Ausflug ins so genannte leichte Fach. Doch auch hier lauern manchmal Fallstricke: Im Vorfeld hat der Trailer zum Film Teile der amerikanischen Öffentlichkeit empört. In einer Szene macht sich Ronny über Elektroautos lustig, diese seien doch echt „schwul“. Die Szene wurde zwar aus dem Trailer, nicht aber aus dem Film entfernt. Sicherlich sind solche Schenkelklopfer platt. Man würde dem Film allerdings Unrecht tun, wenn man ihn in diese Schublade einsortierte. Denn „Dickste Freunde“ findet auch jenseits der bekannten Sprücheklopferei intelligente Sichtweisen auf die Paradoxien menschlicher Kommunikation. Darf man in jeder Situation ehrlich agieren, muss man nicht stattdessen strategisch vorgehen und Freundschaften auch mit einer Lüge schützen?

Erfreulicherweise darf Winona Ryder als Gattin auf Abwegen tiefgründiger agieren als in „Black Swan“. Auch Vince Vaughn („Die Hochzeitscrasher“) und Kevin James („Hitch“) zeigen ihre komödiantischen Qualitäten, ohne dabei zu laut und lärmig zu agieren. Unangenehm fällt dagegen das manchmal unkritisch, ja wertekonservativ gezeichnete Bild der normalen Beziehung auf. Gerade einige Frauenfiguren werden implizit als Abweichung von der gefälligen Norm gebrandmarkt – wie Erfolgsfrau Queen Latifah mit ihren frivolen Kommentaren.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare