DC-Comic „Green Lantern“ mit Hal Jordan erstmals im Kino

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Hal Jordan, die erste „Green Lantern“ der Erde, und seine Kollegen von der intergalaktischen Polizeitruppe auf dem Planeten Oa – Szene aus dem Film „Green Lantern“. ▪

„Green Lantern“ gehört zu den hierzulande weniger bekannten Superhelden aus dem Kosmos der DC-Comics, denen wir Superman und Batman verdanken. Seinen Namen trägt er wegen der magischen grünen Leuchte, an der er seinen Kraftring aufladen muss – sonst klappt's nicht mal mit dem Anlegen des hautengen Kostüms. Aber mit genug Strom lässt der Ring alles wirklich werden, was sein Träger Hal Jordan sich vorstellt. 1940 hatte Green Lantern den ersten Auftritt im Comic. Nun soll die Verfilmung die Massen locken. Von Ralf Stiftel

Die Geschichte: Der Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds) wird eines Nachts von einer grünen Leuchtwolke zur Absturzstelle eines Raumschiffs gebracht. Darin liegt ein Vertreter der Green-Lantern-Truppe im Sterben. Sein Ring hat den Nachfolger ausgesucht. Hal bekommt Ring und Laterne und soll nun in seinem Abschnitt des Weltraums für Ordnung sorgen. Eine Bedrohung für den Weltfrieden und die Menschheit ist bereits unterwegs: Parallax, ein Monster, das sich von Lebensenergie und Angstgefühlen ernährt und dem die Erde als kleine Stärkung gerade recht ist, ehe es die Herrschaft über das Universum ergreift. Ein Kommando von Green Lanterns hat vergeblich versucht, die Kreatur aufzuhalten, mehrere der besten Kämpfer starben dabei. Sinestro, eine Art Green-Lantern-Polizeichef, ist gar nicht erfreut, dass ausgerechnet ein Erdling in die Truppe kommen soll, ein Vertreter einer unreifen, arroganten Spezies, und nimmt Hal beim Training kräftig ran. Und doch muss Hal am Ende allein gegen Parallax antreten.

„Green Lantern“ ist keine einfache Figur: Man merkt dem Helden die Herkunft aus dem Groschenheft für Leser im Taschengeldalter an. Schon dass er beim Aufladen des Rings einen gereimten Eid schwören muss, ist albern – und wird im Film kräftig ironisiert. Aber auch die Vorstellung, dass in der Mitte des Universums die letzten Vertreter einer uralten Rasse eine Armee von Green Lanterns einsetzen als galaktische Polizei, fordert sehr gutwillige Zuschauer. Im Comic wirkte der Ring nicht gegen gelbe Objekte, weil das Prisma da fehlerhaft war. Regisseur Martin Campbell zieht seinen Film ins Esoterische: Grün steht da für die positive Willenskraft, Gelb verkörpert die Macht der Angst. Der Biologe Hector Hammond (Peter Sarsgaard) wird mit Parallax-Körperzellen infiziert und mutiert zum Superschurken, dessen Augen gelb glühen.

An Spezialeffekten wurde nicht gespart: Wie eine Mischung aus Schlammlawine, glühender Lava und Riesenkrake wälzt sich Parallax durch Coast City. Es gibt reichlich Ring-Spiele, so arbeitet Hal mit Riesensprungfedern, einer XXXXL-Spielzeugautobahn und einem Geschütz in Grün. Diese Effekte verleugnen nicht den Ursprung im Computer und erinnern an schräge Comic-Filme wie „Die Maske“. Diese Selbstironie tut dem Film gut. Hauptdarsteller Ryan Reynolds (der Ex von Scarlett Johansson) kennt das Fantasygenre aus Nebenrollen in „Blade: Trinity“ und „Wolverine“. Mit Martin Campbell wurde der Regisseur zweier wichtiger Filme der James-Bond-Reihe angeheuert, von „Golden Eye“ und „Casino Royal“, die jeweils die neuen Darsteller Pierce Brosnan und Daniel Craig einführten.

So ist „Green Lantern“ gewiss nicht der große Wurf – zu flach sind die Charaktere, verglichen zum Beispiel mit Batman, Spider Man oder X-Men, deren Protagonisten viel glaubwürdiger gezeichnet sind. Aber der Film hat unbestreitbar Tempo, und weil er sich nicht allzu ernst nimmt, unterhält er, ohne zu doof zu wirken. Nettes Popcorn-Kino eben. Im Nachspann ist bereits angedeutet, dass es eine Fortsetzung geben soll.

Der Film

Kein Meilenstein, aber solides Actionkino mit Ironie.

Regie: Martin Campbell

Darsteller: Ryan Reynolds, Blake Lively, Peter Sarsgaard, Mark Strong

Dauer: 115 Minuten

Wertung: +++oo

Quelle: wa.de

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