CD-Tipp: Sebastian Gille: Anthem

Von Ralf Stiftel ▪ Sebastian Gille: Anthem (Pirouet/Edel). Der Titel ist Programm: Die Debüt-CD „Anthem“ des Saxophonisten Sebastian Gille ist dominiert von einem hymnischen Ton, wie ihn Anfang der 1960er Jahre besonders John Coltrane im Jazz etablierte.

Im Titelsong holt Gille sozusagen weit aus, entwickelt die Melodie aus tastenden Linien, aus Stille und Intensität, um die Musik dann mit der Band zu verdichten. Der Eröffnungstitel „Blossom“, abgeleitet aus einem improvisierten Solo, hat größere rhythmische Prägnanz, ist aber von dem gleichen spirituellen Ansatz bestimmt. Gille, 1982 in Quedlinburg geboren, studierte unter anderem bei Phil Woods, Branford Marsalis und Christoph Lauer. Er arbeitet mit dem vorzüglichen jungen Pianisten Pablo Held, der aus Herdecke stammt, dem Bassisten Robert Lanfermann und dem Schlagzeuger Jonas Burgwinkel zusammen. Wie Held fühlt sich auch Gille vom Jazz der Post-Bop-Ära inspiriert, von Miles Davis vor allem, aber auch Wayne Shorter. In Titeln wie „Charisma“ mit ihrem dichten Rhythmus und feinen harmonischen Verschränkungen hört man den Nachklang dieser Meister umgesetzt in eine fesselnde Musik. Die Klasse dieser Band zeigt sich auch in der Interpretation des „Barbara-Songs“ aus der Drei-Groschen-Oper.

Quelle: wa.de

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