Tony Mono kommt nach Hamm: Die Bühne zum Austoben

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Tony Mono Hamm

Tony Mono kommt nach Hamm. Der zwielichtige Plattenboss lässt täglich beim Radiosender 1Live die Pop-Elite antreten. Unsere Redaktion sprach mit ihm und seinem Erfinder Peter Maria Saurbier.

Die Stars und Sternchen in seinem Studio in Recklinghausen geben sich die Klinke in die Hand, damit Mono ihre Hits noch einmal persönlich verfeinert. Mono bringt die Stars sogar dazu, die Wettervorhersage zu singen.

Soweit die Geschichte. Hinter dem fiktiven Tony Mono steckt Peter Maria Saurbier. Nach dem Besuch einer Journalistenschule baute sich der Musiker in Köln ein eigenes Tonstudio auf und produziert erfolgreich Radio-Comedy, unter anderem „Ähnie & Herr Bert“, „Musikschule Lempinsky“ und „Biene Meyer“. Seinen Erfolgsproduzenten Tony Mono lässt Peter Maria Saurbier am 9. September mit der „TMT – Die Tony Mono Tour 2010“ im Maxipark auftreten. Marc Thöne sprach sowohl mit Tony Mono und dessen Erfinder Peter Maria Saurbier.

Frage: Tony Mono, Sie kommen im Radio immer ein bisschen arrogant rüber. Wie gehen die Top-Stars mit Ihrer Art um?

Mono: Ich – arrogant? Ich kenne keinen Menschen, der bei soviel Talent, gutem Aussehen und Intelligenz auch noch über eine so unermeßliche... wie heißt noch das Wort... ja, Bescheidenheit – verfügt.

Wie viel Überredungskunst kostet es, internationale Stars ins Studio nach Recklinghausen einzuladen?

Mono: Irgendwie verstehe ich Ihre Fragen nicht. Ein Vergleich: Wenn ich Sie als Journalist zum Pulitzer Preis einladen würde, müßte ich Sie dann überreden? Und wenn ich also einen Musiker zu Tony Rekordz einlade... den Rest können Sie sich denken. Produzenten halten sich oft im Hintergrund.

Sind Sie die Ausnahme, eine echte Rampensau?

Mono: Nein, es ist ja ein Trend, dass Produzenten selbst in Erscheinung treten. Timbaland, David Guetta, Tony Mono. Zum Glück! Wie sollte ich sonst die Telefonnummern der Zuschauerinnen bekommen?

Wie sieht eine Tony Mono-Show aus?

Mono: Das ist viel mehr als die Leute aus dem Radio kennen. Diese Show heißt nicht umsonst TMT – sie ist hochexplosiv. Es gibt Gastauftritte aller meiner Stars, Tanzeinlagen, die erste Oper von Culcha Candela (Hamma! gesungen von einem Tenor und einer Operndiva), Madonna-Songs in der Version von Florian Silbereisen, alles live! Der Wettersong fehlt natürlich auch nicht.

Stehen Sie alleine auf der Bühne oder haben Sie Unterstützung?

Mono: Gott ist bei mir. Mein Talent. Und eine heiße Lady für die weiblichen Parts. Können Sie sich vorstellen, jemals den eher unbekannten deutschen Sänger Peter Maria für einen Wettersong zu engagieren? Mono: Wenn er eine schöne, blutjunge Frau ist, schon!

Geben Sie uns drei Argumente, warum Hammer in die Show kommen sollten.

Mono: 1. Die Hammer sind wie ich – einfach Hammer. 2. Ich bin jung. 3. Ich brauche das Geld.

Peter Maria Saurbier, als was sehen Sie sich: Stimmenimitator, Texter, Musiker oder Comedian?

Saurbier: Ich hab vor Jahren mal ein Lied geschrieben. Es hieß: „Ich kann alles!“ Da endete der Refrain dann auf: „... so halb und nichts ganz!“. Ist wohl eine Antwort auf die Frage.

Sie haben eine Journalistenschule besucht. Wie sind Sie von dort zur Musik-Comedy gekommen?

Saurbier: Eigentlich war alles immer zeitgleich da. Ich war auf der Journalistenschule in München, hatte aber eine Band in Köln. Bei Bayern3 im Radio, wo ich während des Studiums angefangen habe, bin ich ziemlich schnell bei Unterhaltungsbeiträgen gelandet. Meine Abschlussarbeit bei der Journalistenschule war ein Hip Hop-Video zum oben erwähnten Lied.

Ihre 1Live-Wettersongs dauern knapp zwei Minuten. Wie lange dauert ein Spot in seiner Entstehung?

Saurbier: Einen Tag. Der ist mal kürzer, mal länger. Meistens länger. Sie imitieren unzählige Künstler.

Überwiegt dabei Talent oder Technik?

Saurbier: Ui, jetzt bin ich aber in Gefahr, auf Tony Monos Pfaden zu laufen, oder? Beim Imitieren hilft außer Talent eigentlich nix. Aber Imitationen sind ja nie perfekt (teilweise weit davon entfernt, finde ich...), und die Verpackung, die akustische Gestaltung, hilft dann schon. Es gibt keinen Effekt, der eine Stimme im Computer einer anderen ähneln läßt, da machen sich viele Leute falsche Vorstellungen. Aber: singt ein Künstler zweistimmig, tue ich‘s natürlich auch. Benutzt er Hall, Echo etc., wäre ich blöd, darauf zu verzichten.

Gab es schon Anfragen prominenter Musiker für eine ernsthafte Zusammenarbeit?

Saurbier: Nichts Spruchreifes. Ich fänds aber lustig!

Stört es Sie, dass Sie mit Ihrer Radio-Comedy erfolgreicher sind als mit Ihrem eigenen Album?

Saurbier: Klar: Wenn mein Peter Maria Album mehr als sieben Leute hören, freut mich das. Die Platte ist nämlich richtig schön! („Spielen“ zum Beispiel halte ich für eines der schönsten Lieder, die ich kenne). Konzerte machen mehr Spaß, wenn viele Leute kommen. Aber neidisch auf mich selbst zu sein, das wäre ja irgendwie absurd. Ich bin dankbar, dass ich mich auf so viele verschiedene Weisen austoben darf..

Quelle: wa.de

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