Buchprüfung: Amanda Cross - Die letzte Analyse

Amanda Cross: Die letzte Analyse. Deutsch von Monika Blaich und Klaus Kamberger. Dörlemann Verlag, Zürich. 335 S., 18 Euro
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Amanda Cross: Die letzte Analyse. Deutsch von Monika Blaich und Klaus Kamberger. Dörlemann Verlag, Zürich. 335 S., 18 Euro

Wie ihre Heldin Kate Fansler war Carolyn Gold Heilbrun (1926–2003) Professorin für Literatur in New York. Sie schrieb unter ihrem Pseudonym 14 Romane über die Amateurdetektivin.

„Die letzte Analyse“ war der Auftakt der Serie und erschien im Original 1964, die deutsche Übersetzung kam 1988 heraus. Der Dörlemann Verlag ermöglicht jetzt die Neuentdeckung mit dem Buch. In den Mordfall ist Kate Fansler verwickelt: Eine Studentin wurde auf dem Sofa eines Psychoanalytikers erstochen. Die Polizei hält sich an Emanuel Bauer als Hauptverdächtigen, aber Kate glaubt an die Unschuld ihres Ex-Geliebten und guten Freundes.

Es ist fast wie bei Agatha Christie: Der Mord erscheint als vertracktes Rätsel, das Fansler nicht nur mit Intuition, sondern auch wegen ihrer Literaturkenntnisse löst. Carolyn Heilbrun galt als frühe Feministin, was man fast nicht glauben möchte, so oft, wie sie im Roman betont, dass eine Frau mit einem Mann befreundet sein kann, ohne gleich Sex mit ihm zu haben. Ein gewisses Oberschichts-Flair, amerikanische Prüderie und Vorurteile gegenüber Psychiatern (die man für verrückt hält), reichlich konsumierte Drinks und Zigaretten – wir sind tief im Damals. Aber das Zeitkolorit gibt dem Roman auch einen Reiz. Und die verplauderten Dialoge voller Anspielungen: „Ich fange an zu glauben, dass Alice gar nicht im Wunderland war. Sie hat vielmehr versucht, einen Mordfall zu lösen. Dauernd verschwinden schöne Verdächtige und lassen nur ihr Grinsen zurück.“

Amanda Cross: Die letzte Analyse. Deutsch von Monika Blaich und Klaus Kamberger. Dörlemann Verlag, Zürich. 335 S., 18 Euro.

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