Quer durch die Musikgeschichte

Bruno Mars fasziniert bei Konzert in Düsseldorf

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DÜSSELDORF - In 90 Minuten durch sechzig Jahre Musikgeschichte spielt sich Bruno Mars am Montagabend im Düsseldorfer ISS Dome. Vor rund 12.000 Zuhörern liefern der 28-jährige Hawaiianer und seine achtköpfige Band eine fulminante Show ab.

Mit einer kruden Mischung aus Affengezeter, wildem Getrommel, einem Sänger mit JR-Ewing-Cowboyhut-Verschnitt und bunten Papageien im Super-Slo-mo-Sturzflug auf der Leinwand geht es los ("Moonlight"). Auf fette Soulmusik folgt Rambazamba-Uptempo mit "Natalie" und 70s-Funk mit "Treasure", Reizüberflutung inklusive: Da blinkt und glitzert es allerorten, turnen die Mitmusiker verteilt auf der ganzen Bühne umher, dass man gar nicht weiß, wohin man schauen soll. Hin und wieder kommt die Band zusammen und gibt unter Sonderapplaus als Gang kleine Choreographien zum besten, die auch in einen schmalzlockigen Musikfilm gepasst hätten.

In einem Mashup, bei dem sich alles ums liebe Geld dreht, kombiniert Bruno Mars an der Gitarre den Rhythm-n'-Blues-Klassiker "Money (That's What I Want)" von Barrett Strong aus dem Jahr 1959 mit dem groovig lässigen "Billionaire" und Aloe Blaccs "I Need a Dollar", bei dem er erstmals an diesem Abend seine gesanglichen Qualitäten deutlich macht. Wo wir beim Thema Knete sind: Eingebettet ist die Show auf einer Bühne, die mit ihrem ganzen Bling-Bling und güldenen Effekten auch einem noblen Las-Vegas-Hotel gut zu Gesicht gestanden hätte.

Einen Sprung nach Jamaica macht Bruno Mars, der als Peter Gene Hernandez das Licht der Welt erblickte, bei "Show Me" und offenbart Reggae-Freuden. Das entspannte "Our First Time" erinnert ein wenig an George Michaels "Careless Whisper" und verfrachtet die Zuhörer gefühlsmäßig in die Nacht des High-School-Abschlusses. Gute Laune versprüht der Teenie-Schwarm mit "Marry You". Balladesk wird es bei "If I Knew", das wie ein Gospel beginnt.

Das Gekreische in der mehrheitlich mit weiblichen Fans gefüllten Arena wird mit jedem Hüftkreisen lauter, die Ohnmachtsgefahr steigt minütlich. Und spätestens als Bruno Mars den Zuhörern seine Liebe bekundet, herrscht Ausnahmezustand bei der "Generation Bravo" in den ersten Reihen, und die weiblichen Massen schmelzen dahin wie ein Cornetto an der Copacabana. Der 28-Jährige hat den Dreh raus: Mit Charme und perfektem Radio-Pop liefert er eine mitreißende Show ab.

Die großen Nummern aller-dings spart sich Bruno Mars bis zum Ende auf, dann aber kommen sie in geballter Ladung. Den Anfang machen das zum Stadionrocker gewandelte "Grenade" und das herzerwärmende "Just the Way You Are", Mars' erste Singles und seine bis dato größten Hits. Als Zugabe wartet noch "Locked Out of Heaven" vom aktuellen, zweiten Album des Küns-tlers, "Unorthodox Jukebox", bei dem sich der Sänger zu Beginn am Schlagzeug eindrucksvoll als Multiinstrumentalist beweist, ehe er sich am Ende im Konfettiregen wie ein Champions-League-Sieger feiern lässt.

Als Bruno Mars beim abschließenden "Gorilla" alleine hoch oben auf einem Podest inmitten von Feuer-fontänen steht, ergreifend singt und Pirouetten dreht, glaubt man, den nächsten Michael Jackson vor sich zu haben. Der Hype um den Sunnyboy scheint nicht unbegründet.

Quelle: wa.de

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