Billy Idol rockt den Tanzbrunnen

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Köln - 5.500 Fans haben ihren Spaß beim Konzert von Sänger Billy Idol im Kölner Tanzbrunnen. Ein paar ausgewählte Songs aus dem aktuellen Album und reihenweise Hits aus der Karriere des 59-Jährigen bilden die gitarrenröhrende Grundlage für einen energiegeladenen Auftritt.

Das hat schon was von Stadtfest-Atmosphäre bei der Open-Air-Veranstaltung am Rheinufer. Die Bühne ist überschaubar und ganz nah dran an den Zuhörern. Drumherum stehen Pizzabuden und Getränkestände, man kann ein wenig flanieren, sich mitten im Pulk heiser schreien oder einfach nur gemütlich aus der Entfernung zuschauen. Fehlt nur noch, dass gleich die Kölsch-Combo aus dem Viertel auftritt.

Es ist also ein entspannter, wenngleich schweißtreibender Sommerabend mit einem gut aufgelegten Billy Idol, der Ikone der 80er Jahre schlechthin. Während andere Künstler dieser oftmals verschrienen musikalischen Ära im Nirwana verschwunden sind, ist Idol stets umtriebig gewesen und sich dabei immer treu geblieben – sogar was den blonden Kurzhaarschnitt angeht.

Ok, der Brite ist älter geworden. Aber nicht so sehr, wie man es insbesondere von einem Punkrocker erwarten würde. Er sieht frisch aus da oben auf der Bühne. Dazu gibt es eine gehörige Portion Attitüde und dynamische Posen. Idol ist voller Tatendrang. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn der Star stimmlich nicht ganz auf der Höhe ist. Die Fans verzeihen, schließlich gibt es eine fein zusammenstellte Setlist.

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Billy Idol gibt Konzert in Köln

Ganz frisch sind Songs wie „Postcards from the Past“ oder die Mitgröl-Hymne „Can’t Break Me Down“ vom aktuellen, mittlerweile siebten Album „Kings & Queens of the Underground“, mit dem es in Deutschland bis auf Platz acht der Charts ging. Ebenfalls von dieser Scheibe ist das rasante „Whiskey and Pills“ mit Anleihen des New Wave of British Heavy Metal oder das tief die 80er Jahre atmende „One Breath Away“.

Gefordert werden aber vor allem die Klassiker. Billy Idol bedient sich bei den frühen Platten seiner Karriere. „Blue Highway“ ist dabei und auch „Sweet Sixteen“, bei dem der Brite selbst zur Gitarre greift. „To Be a Lover“, im Original von Soul-Sänger William Bell, gehört ebenso zum Programm wie das großartige „White Wedding“, einer von Idols ganz großen Hits.

Material von Generation X, Billy Idols Punkband vor der Solokarriere gibt es auch: „Dancing with Myself“ aus dem Jahr 1980 zum Beispiel, das der Sänger 1981 noch einmal neu als Teil seiner Debüt-EP „Don’t Stop“ herausbrachte. Oder aber „Ready Steady Go“ mit klassischem Punk der 70er, der im Fahrwasser der Ramones schwimmt.

Zwischendurch nimmt sich der Sänger eine Auszeit und schenkt die ganze Bühnenpräsenz seinem Gitarristen Steve Stevens, der schon seit Idols Solo-Karrieren-Start ein treuer Begleiter ist. Optisch frönt der 56-Jährige US-Amerikaner dem Glam Rock und verfügt über außergewöhnliche Fingerfertigkeiten an seinem Saiteninstrument. Was da an Gegniedel und Tempo ausgepackt wird: alle Achtung!

Das kleine Intermezzo ist auch ein dramaturgischer Kniff, die Ruhe vor dem oft zitierten Sturm. Denn kurz darauf kündet Billy Idol seinen nach eigenem Bekunden Lieblingssong, „Rebel Yell“, an. Mit dem Großteil des Publikums scheint er damit auf einer Wellenlänge zu liegen. Von der Stimmung angeheizt reißt sich der Sänger gar das T-Shirt vom Leib und lässt sich zum Abschluss die Kölner Abendsonne auf den Waschbrettbauch scheinen.

Quelle: wa.de

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