Beckum würdigt den Glasmaler Walter Maaß

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Gemalte Raumeffekte: Die Glasmalerei „Trias III“ auf drei Scheiben (2008) von Walter Maaß in Beckum. ▪

Von Marion Gay ▪ BECKUM–Das Licht fällt durch das Gelb wie durch einen Vorhang. Hellgelbe Flächen vermischen sich mit orangegelben Sprenkeln. In der Arbeit „Trias III“ (2008) fügen sich drei bemalte Glasplatten zu einem filigranen, lichten Gebilde.

Im Oktober 2008 verstarb der Hannoversche Künstler Walter Maaß im Alter von 56 Jahren bei einem Autounfall. Bereits 2002 präsentierte das Stadtmuseum Beckum seine malerischen Werke auf Glas. Maaß hatte eine spezielle Technik entwickelt, die Acrylfarbe so auf die Glasplatten aufzubringen, dass die Farbe frei im Raum zu schweben scheint. Die aktuelle Ausstellung mit dem Titel „Echos“ wurde von fünf seiner Künstlerfreunde konzipiert.

Ulrich Möckel, Christoph Rust, Andreas Rosenthal, Reiner Nachtwey und Heinz Jahn studierten zusammen mit Maaß in den siebziger Jahren an der Kunstakademie in Münster. In den einzelnen Räumen des Beckumer Stadtmuseums stellen sie eigene, aktuelle Werkgruppen jeweils einer Arbeit von Maaß gegenüber. Insgesamt zu sehen sind rund 50 Arbeiten, darunter Malereien, Holzschnitte, Zeichnungen, Objekte, Videoanimationen und Rauminstallationen.

Der in der Dordogne lebende Heinz Jahn greift die blaue Farbe von Maaß‘ Glasbild auf. Seine Installation „Der Himmel ist bewohnbar“ (2012) zeigt einen mit blauem Himmel und Wolken bemalten Kasten, der mit bunten Zweigen gefüllt ist. In einer anderen Arbeit zitiert er aus einem Gedicht Baudelaires: „…. Ich liebe die Wolken …“.

Reiner Nachtweys weiße Linienzeichnungen auf Schwarz („Nachbilder“) wirken wie Szenen aus einem Comic. Auch der Beckumer Künstler Möckel fügt seine 40 Zeichnungen zu einem zweiteiligen Bild zusammen („Blockbild“, 2012). Er bezieht sich wie immer auf Strukturen von Bäumen, die er im linken Bild auf Linien reduziert, im Bild daneben in schwarze Flächen zerlegt. Gegenüber eine große Glasstele von Maaß von 2008, in der blaue, schwarze und weiße Flächen miteinander verwachsen.

Die „Lichtbox“ (2010) von Christoph Rust aus Hannover besteht aus Glaswürfeln in einem verspiegelten und innen mit gelben, roten und blauen Streifen bemalten Koffer. Das Objekt wirkt wie ein Spielkoffer, ein Experimentierfeld für Farben und Spiegelungen. Seine Installation in der Vitrine dagegen irritiert: Das Kunsteis auf der bläulichen Lichtquelle sieht aus wie ein zerbrochener Regalglasboden. Interessante Raumeffekte ergibt auch seine Installation aus blauen Neonröhren zwischen den zart bemalten Glasstelen von Maaß. Inmitten des flimmernden Blaus ist das gläserne Material kaum noch sichtbar, die weißen Bemalungen lösen sich und scheinen tatsächlich frei zu schweben.

Bis 25.11.; di – so 9.30 – 12.30 und 15 – 17, sa 15 – 17 Uhr; Tel. 02521/ 29264

http://www.beckum.de

Katalog in Vorbereitung

Quelle: wa.de

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