Die Beatsteaks verbeugen sich in Münster

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Arnim Teutoburg-Weiß von den Beatsteaks in Münster ▪

Von Frank Zöllner ▪ MÜNSTER – Mehrfacher Kleiderwechsel bei Live-Auftritten wird gemeinhin mit divenhaftem Verhalten modebewusster Sängerinnnen gleichgesetzt. Bei Arnim Teutoburg-Weiß ist das anderes. Denn die zwei Stunden des Beatsteaks-Konzertes am Montagabend in Münster sind nicht nur für den Frontmann eine schweißtreibende Sache.

Die meisten der 7000 Fans in der Halle Münsterland hüpfen, springen und schmeißen ihre Oberkörper beim Pogen aneinander und sorgen für beeindruckende Bilder. Etwa wenn zu Beginn von „Let Me In“ alle auf dem Hallenboden sitzen und zeitgleich in die Höhe schnellen.

Es ist dieses Wechselspiel mit dem Publikum, dass diesen Abend herausragend macht. Das Quintett aus Berlin befestigt seinen Ruf als eine der besten Live-Bands Deutschlands. Ihr Programm bestückt sie mit Nummern aus ihrem aktuellen Album „Boombox“ und vielen Klassikern, wobei sich die neuen Songs wie die Single „Milk & Honey“, „Cheap Comments“ und das bass-wummernde „Access Adrenalin“ problemlos in die fast 30 Stücke umfassende Setlist einfügen. Und ruhig wird es an diesem Abend nur selten bei Nummern wie „Under A Clear Blue Sky“.

Die eigene Geschichte ist mit dem knallharten Nirvana-Cover „Territorial Pissings“ dokumentiert. „Dieses Lied war der Grund, warum wir uns 1991 Gitarren gekauft haben“, sagt Teutoburg-Weiß, der zum Konzert-Ende ein endloses Bad in der Menge nimmt und sich von Tausenden Händen tragen lässt. Die Band aus der Hauptstadt begrüßt ihre prominentesten Gäste mit dem Intro „Hier kommt Alex". Denn die Alt-Punker von den „Toten Hosen“ um Campino verfolgen den Auftritt von der Sitzplatztribüne aus. Die Band um die Hut tragende Rampensau Teutoburg-Weiß legt ein irres Tempo vor, gepaart mit einem erstklassigen Klang und dezentem Bühnenbild (da ist im ersten Konzertdrittel nur eine Vinyl-Single der Beatsteaks abgebildet). Alle Klassiker wie „Cut Off The Top“ „Jane Became Insane“, „Hand In Hand“ und das Finale „I Don‘t Care As Long As You Sing“ werden berücksichtigt. Die Band genießt den Abend sichtlich. „Münster, wir waren ein demütiger Gast“, ruft Teutoburg-Weiß – und es klingt nicht nach tausendfach gehörter Floskel, sondern wie ein ernst gemeintes Kompliment. Und zur Bestätigung folgt noch eine Punkrock-untypische Verbeugung.

Weitere NRW-Konzerte in Dortmund (19. März) und Bielefeld (26. März) sind ausverkauft.

Quelle: wa.de

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