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Yellowstone: Unter dem Nationalpark brodelt der Supervulkan

Krater des Yellowstone-Vulkans hebt sich im Rekordtempo
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Im Yellowstone Nationalpark schlummert der weltweit wohl gefährlichste Nationalpark (Archivbild).

Arte zeigt zu Weihnachten einen vierteiligen Film über den ewigen Kreislauf im Yellowstone Nationalpark.

Zu Weihnachten ziehen wir in die Berge, zu den Bären, Wölfen und Bisons. Zu den wilden Schafen, den Fischottern und Füchsen. Der Winter ist hart dort oben, es sind schließlich nicht die zivilisierten Alpen, sondern die einsamen Rocky Mountains, und der Nationalpark, dem der Yellowstone River den Namen gegeben hat, ist kein Ponyhof, sondern der älteste Nationalpark der Vereinigten Staaten und ein Naturreservat. Das heißt: Die Natur darf dort relativ unbehelligt tun, was sie so tut, also in ihrem Reservat Wildnis spielen. Das darf sie auf dem nordamerikanischen Subkontinent nur noch selten.

Allerdings mussten die Menschen der Natur zunächst ein wenig auf die Sprünge helfen. Sie mussten zum Beispiel Bären und Wölfe im Nationalpark ansiedeln. Nur so etablierte sich ansatzweise das alte Öko-System wieder. Das Rotwild wurde von den Raubtieren an allzu massenhafter Verbreitung gehindert, so dass die Pflanzenwelt sich erholen konnte. Und weil nach den im 19. Jahrhundert verübten Massen-Massakern an den Büffelherden des amerikanischen Nordens noch ein paar Bisons übrig geblieben waren, konnte sich auch eine neue Bison-Population ausbreiten, die sich im Yellowstone zu Hause fühlt. Sie sind allesamt Nachkommen des letzten Dutzends.

Arte: Was im Yellowstone Nationalpark passiert, betrifft die ganze Welt

Natur, das ist allerdings nicht nur Flora und Fauna im Nationalpark*, sondern auch der Supervulkan, der unter der Oberflüche brodelt, heiße Quellen zu Tage treten lässt, stinkt und raucht und wahrscheinlich irgendwann in einer absehbaren Zeitspanne ausbrechen wird. Das wollen wir uns jetzt lieber nicht vorstellen, was dann passiert. Jedenfalls wird das, was dann passiert, nicht nur im US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming passieren, in dem der Nationalpark liegt, sondern womöglich global.

Bis dahin genießen wir die sich selbst überlassene Natur als Idylle, wie der Film es vorschlägt. Er folgt in seiner Dramaturgie den schönen Prinzipien eines unaufgeregten, in Harmonie und pathetische Musik im spätromantischen Idiom verliebten Naturfilms. Und er scheut sich nicht vor allerlei Anthropomorphisierungen. Die Raubtiere werden dann so schön menschlich, Jagen ist schrecklich anstrengend, und es geht ja oft so vieles schief, und der Luchs sieht dann so putzig aus, fast wie eine Internetkatze.

Arte: Vögel, Bären und Bisons in Yellowstone - Erbauliches zu Weihnachten

Erbaulich ist der Film häufig. Er zeigt Vögel bei der Balz und bei der Jagd, geschmeidige Fischotter im Schnee, verschneite Bären und Bisons, alle mitten im erfolgreichen Kampf ums Überleben. Dann kommt der Frühling, die kurze Zeit des Überflusses. Dann kommt wieder der Winter. Ein ewiger Kreislauf. Das macht sich nicht nur zu Weihnachten gut. Erbaulichkeit kann man in jeder Saison des Jahres brauchen. Auch Libellen kommen an die Reihe, vermutlich die ältesten Flieger auf Manitous weitem Erdboden. Ach, und natürlich die Kraniche und wer weiß wer noch alles.

Die an Verwicklungen reiche Geschichte und an Unrecht und Gewalt ebenfalls reiche Vorgeschichte des Nationalparks wird nebenbei gestreift, ohne dass die Idylle Risse bekäme. Das Jahr geht zu Ende, das Leben ist schön, die Natur harmonisch. Mit einem Glas Rotwein oder zwei anderthalb Stunden im wilden Nationalpark, das hat noch niemandem geschadet.

Yellowstone – Park der Extreme. Arte. Teil 1 und 2 Samstag, 21. Dezember, 20:15 Uhr, Teil 3 und 4 Samstag, 28. Dezember.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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