Hohn und Spott im Internet

Beinbruch war Schuld am Winter-Tatort in der ARD

+
Das Leipziger "Tatort"-Team stapfte im Hochsommer durch den Schnee.

Mainz - Millionen "Tatort"-Fans wunderten sich am Sonntagabend: Während draußen der Hochsommer ausgebrochen war, stapften die TV-Kommissare durch den Schnee. Und es gab noch mehr Fragen:

Ein eisgekühles Getränk dürften alle 8,1 Millionen Zuschauer griffbereit am Beistellstisch stehen gehabt haben, die nach einem herrlichen Hochsommertag die "Tatort"-Folge "Die Wahrheit stirbt zuerst" genossen. Doch wer den beiden Leipzigern Ermittlern Andreas Keppler (Martin Wuttke) und Eva Saalfeld (Simone Thomalla) zusah, den fröstelte schon bald, und das lag nicht nur an der eher durchschnittlichen Krimi-Kost: Die beiden liefen mitten im Juni durch eine Winterlandschaft!

Die Online-Community reagierte frostig auf die Minusgrade auf dem Bildschirm: "Kann man ja nicht ahnen, dass der Sommer so plötzlich kommt", schrieb ein Twitter-User. "Das ist ja an Sadismus kaum zu überbieten", empörte sich ein anderer. War da etwas in der Programmplanung völlig schiefgelaufen?

Die Lösung des Bibber-Rätsels kam von der ARD selber. Per Twitter erklärte der Sender: "Der Dreh der Tatort-Folge musste verschoben werden, weil Wuttke sich ein Bein gebrochen hatte." Die erste Klappe war im Oktober 2012 gefallen, aber durch den Unfall mussten die Dreharbeiten bis Februar 2013 pausieren - und da herrschte eben tiefster Winter. Der "Erste"-Sprecher Lars Jacob führte "Bild" gegenüber aus: "Bei einem riesigen Apparat wie dem 'Tatort' kann man nicht immer jahreszeitlich planen. Da kann es schon mal passieren, dass das Wetter nicht passt."

Die Ermittler-Teams beim Tatort

Die Ermittler-Teams beim Tatort

Doch auch ein ungewöhnliches Winter-Accessoire gab Anlass zu Spott: Eine schwarze Wollmütze mit der Aufschrift "Polizei" hielt das Haupt von Kommissar Keppler bei der Eiseskälte warm. "Modisch top aktuell", höhnte es beim Kurznachrichtendienst. "Wäre es nicht sinniger, wenn da Tatort draufstehen würde?", fragte sich einer. Doch tatsächlich ist das "Beanie", wie die Kopfbedeckung neudeutsch genannt wird, nicht dem auf Eis gelegten Hirn der Drehbuchautoren entsprungen. Es gibt sie wirklich, wie ein Blick in den Online-Shop für Polizeibedarf zeigt - und mit nur knapp 20 Euro ist sie richtig preiswert.

hn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare