Tatort-Kritik: Passables Spiel mit tollen Darstellerinnen

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Simone Thomalla als Hauptkommissarin Eva Saalfeld und Schauspieler Martin Wuttke als Hauptkommissar Andreas Keppler

Leipzig - „Sollen wir uns nicht duzen?“, fragt die Serienmörderin ihr potentielles Opfer. „Mord macht viel mehr Spaß, wenn es persönlich wird.“

Der Moment, in dem Franziska Walser als psychopathische, sadistische, nach außen hin aber so bieder erscheinende Täterin Carla Schütz freundlich lächelnd auf den gefesselten Kommissar Keppler (Martin Wuttke) herabschaut und ihn um das „Du“ bittet, gehört zu den stärksten Momenten von Buddy Giovinazzos „Tatort“ mit dem Titel „Rendezvous mit dem Tod“ (ARD).

Tatsächlich sind die hochkarätigen Schauspielerinnen – von Franziska Walser über Renate Krößner als Witwe eines Opfers bis hin zu Nadesda Brennicke als dessen Ex-Geliebte – der Trumpf im Ärmel des Regisseurs. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm, aus dem recht kruden Drehbuch (Clemens Schönborn und Meike Hauck), das dreist Versatzstücke anderer Thriller abkupfert – von dem mit Blut geschriebenen Wort „Mörder“ auf dem Fußboden bis zu den sadistischen Foltermethoden der Täter – einen passablen Krimi zu machen.

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Mehr als „passabel“ aber ist er nicht. Dazu lässt Buddy Giovinazzo zu viele Fragen offen, zu viele logische Brüche unkommentiert, die Motivation der Figuren zu vage. Auch den Dauerkonflikt zwischen dem Ex-Ehepaar und heutigen Ermittler-Team Keppler und Saalfeld (Simone Thomalla), der dieses Mal in totalen Alleingängen gipfelt, überreizt er – um ihn letztendlich platt aufzulösen. Statt Leipzig für immer zu verlassen, bleibt Keppler (natürlich!) bei seiner Eva. Immerhin: Damit ergibt sich für die beiden die Chance, beim nächsten Mal wieder einen mehr als passablen „Tatort“ abzuliefern.

Melanie Brandl

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