Tatort-Kritik: Abweisende Fassaden

+
Schlüsselfigur: Wissenschaftlerin Lara Bahls (Luise Berndt).

Es sind die traurigen Augen dieser jungen Frau, die den Zuschauer auf geheimnisvolle Weise in die Geschichte hineinziehen – und in ihr halten. Lesen Sie hier die Tatort-Kritik:

Kein Wunder, denn an Bildern hält Regisseur Torsten C. Fischer in diesem „Tatort“ (ARD) ansonsten vor allem klinisch reine Labore und ebenso unbelebt wirkende (Dach-)Wohnungen und Häuser parat. So kalt und abweisend wie die Fassaden der Menschen, die ihnen leben und arbeiten.

So bleibt man gern am Gesicht der jungen Wissenschaftlerin Lara Bahls (konsequent fast wie in Trance agierend: Luise Berndt) hängen, die eine Schlüsselfigur zu sein scheint in dem tödlichen Konkurrenzkampf, der sich hinter den Mauern eines Instituts für Genforschung abspielt.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Drehbuchautor Karl Heinz Käfer hat mit „Ausgekreuzt“ einen ansehnlichen Thriller erdacht, der sowohl den Konflikt um die Grenzen der Genmanipulationen thematisiert als auch die mörderische Rivalität im Wissenschaftsbetrieb generell, bei der es ums Renommée geht, aber auch um viel Geld. Eine explosive Mischung, die durch Liebe und Eifersucht gezündet wird und nur da unkontrolliert abbrennt, wo Tom Schilling zur Karikatur eines Umweltschützers mutiert.

Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt ermitteln sich als Kommissare Freddy Schenk und Max Ballauf routiniert durch diesen Fall, der vor allem Ersteren in die Welt der Lebensmittelchemie eintauchen und seine Pommes plötzlich mit anderen Augen ansehen lässt. Auch Ballauf hatte man mehr Beschäftigung mit dem Fall gewünscht, stattdessen muss er sich in einer abstrusen Nebenhandlung mit einem gestörten Typen auseinandersetzen, der sein unehelicher Sohn sein soll.

Rudolf Ogiermann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare