Striesow: So wird mein neuer "Tatort"-Kommissar

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Devid Striesow spielt den neuen Saarbrücker "Tatort"-Kommissar Jens Stellbrink.

Saarbrücken - Devid Striesow (39) wird als Kommissar Jens Stellbrink im Saarbrücker „Tatort“ ermitteln. Im Interview erklärt er, was für ein Typ Stellbrink ist und was er vom legendären Vorsapnn hält.

Striesow gilt als einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation. Seine Rolle als Sturmbannführer Friedrich Herzog im KZ-Drama „Die Fälscher“ trug dem gebürtigen Rügener den Deutschen Filmpreis als „Beste männliche Nebenrolle“ ein. Nun ermittelt er als TV-Kommissar Jens Stellbrink im Saarbrücker „Tatort“. Was ihn daran reizt und warum er niemals den „Tatort“-Vorspann ändern würde, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Herr Striesow, was haben Sie eigentlich mit Saarbrücken am Hut? Kannten Sie das Saarland vor den Dreharbeiten?

Striesow: „Saarbrücken kannte ich überhaupt nicht. Vor den Dreharbeiten hatte ich absolut keine Begegnung mit dem Saarland und auch keinen Bezug dazu. Das war aber auch nicht der ausschlaggebende Punkt, weil ich ohnehin einen Norddeutschen spiele, der dorthin versetzt wird.“

Rangliste: Die beliebtesten "Tatort"-Kommissare

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Kommissar Jens Stellbrink - was wird denn das für ein Typ?

Striesow: „Er funktioniert und ermittelt auf jeden Fall sehr unkonventionell und intuitiv. Erst kommt der Bauch und dann kommen die Gedanken hinterher. Mir selbst kommt das sehr entgegen, das ist auch ein Teil von mir. Sein Privatleben soll insgesamt keine große Rolle spielen - was für Socken er im Bett trägt, das ist doch nicht so spannend. Die einzelnen Fälle und das Spannungsfeld zu Mit-Kommissarin Lisa Marx sollen in den Vordergrund gerückt werden.“

Welchen Einfluss hatten Sie selbst denn auf die Rolle?

Striesow: „Ich wurde nicht mit einem fertigen Konzept konfrontiert, sondern konnte Ideen und Facetten von mir einfließen lassen. Stellbrink betreibt Yoga, ich selbst mache es auch, finde es toll und will es gern auf der Leinwand zeigen. Sich unkonventionell anzuziehen war mir auch näher, als einen Anzugtypen zu spielen - obwohl ich die sonst ständig spiele. Insgesamt habe ich versucht, eine Figur zu etablieren, die ein bisschen mehr mit mir zu tun hat.“

Waren Sie bislang eigentlich ein fleißiger „Tatort“-Gucker? Haben Sie Lieblingsermittler?

Striesow: „Ich muss gestehen, dass ich generell ganz wenig Fernsehen gucke. Lieber mache ich mal Musik an. Meistens habe ich auch so viel zu tun, dass ich gar nicht dazu komme. Außerdem habe ich vier Kinder, da bin ich abends fix und fertig und gehe um 21 Uhr ins Bett. Bevor ich für die Rolle zugesagt habe, hat mich aber der Münchner „Tatort“ immer fasziniert. Mittlerweile kenne ich ja das eine oder andere Ermittlerduo von Angesicht zu Angesicht, da interessiert mich auch immer mehr, wie die Kollegen das so machen.“

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

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Derzeit schießen geradezu allerorts neue „Tatort“-Ermittler aus  dem Boden, Ihr Kommissar wird auch alles andere als gewöhnlich: Ist zu viel Veränderung für den „Tatort“ eigentlich auch eine Gefahr?

Striesow: „Ich finde es grundsätzlich richtig gut, dass neue Ermittlerteams zum "Tatort" kommen. Es gibt nichts, was immer statisch und gleich funktioniert. Der "Tatort" ist doch ein wunderbares Format, in dem man die unterschiedlichsten Filme machen kann. Man kann sagen, dass unsere erste Folge - "Melinda" - ein Märchen, ein Genrefilm ist. Ich finde es gut, aus jeder Richtung angeregt zu werden, sei es Action, Comedy oder Beziehungskisten. Der Saar-"Tatort" soll ein "Tatort" für neue Generationen werden. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die alteingesessene Fanfraktion darauf reagiert und ob sie sich auf die Reise mitnehmen lässt.“

Was halten Sie eigentlich vom Vorspann?

Striesow: „Ich finde den Vorspann total toll! Ich würde ihn niemals ändern, die Diskussion um ihn fand ich auch absolut skurril. Ich finde großartig, dass er so alt ist, dass er so viel Zeit überdauert hat. Wie Wein, der immer besser wird. Der Vorspann und der Abspann bleiben - so weiß man doch abends immer, wozu man gebeten ist. Dazwischen ist aber alles erlaubt - so lange es ein Krimi fürs Öffentlich-Rechtliche bleibt.“

Interview: Alkimos Sartoros

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