Schmeißt Thomas Gottschalk jetzt hin?

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Moderator Thomas Gottschalk kurz nach dem Unglück am Samstagabend: Sichtlich bewegt und geschockt.

München - Die Folgen des Unfalls von "Wetten dass..?"-Kandidat Samuel sind viel schlimmer als befürchtet. Thomas Gottschalk zeigt sich sichtlich geschockt. Spekulationen über seine berufliche Zukunft beginnen.

Thomas Gottschalk zeigte sich von dem Unfall in seiner Show "Wetten dass..?" am Samstag tief erschüttert. Es gehe ausschließlich um Samuels Genesung, sagte er in den vergangenen Tagen auf die Frage nach seiner beruflichen Zukunft, seine Gedanken seien jeden Moment bei dem Kandidaten.

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Am Freitag jedoch hat der Moderator einen Termin zur Aufzeichnung seiner nächsten großen Show, dem ZDF-Jahresrückblick 2010. Noch ist unklar, ob er die Moderation machen wird. "Ich entscheide am Donnerstag, ob ich den Jahresrückblick moderiere", sagt Thomas Gottschalk zu Bild. "Im Moment geht es allein um die Genesung von Samuel. Davon mache ich meine Entscheidung abhängig." Thomas Bellut, der Programmdirektor des ZDF sagte, er gehe derzeit davon aus, dass Gottschalk moderiert. "Die Entscheidung treffen wir gemeinsam", sagte Bellut zu Bild.

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Bisher hat Thomas Gottschalk auch noch nicht entschieden, ob er "Wetten dass..?" in Zukunft noch moderieren will. Aber für diese Entscheidung hat er noch Zeit. Die nächste Sendung wird erst am 12. Februar 2011 sein. Stellt sich die Frage, ob Gottschalk an einen jüngeren Nachfolger übergibt.

“Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner riet seinem Nachfolger Gottschalk davon ab, jetzt die beliebte Wettshow hinzuwerfen. “Das ist wirklich nicht der Zeitpunkt, eine solche Entscheidung zu treffen“, sagte Elstner der Zeitschrift “Bunte“ (Donnerstag). Gottschalk sei nach dem Unfall “erstklassig“ mit der Situation umgegangen und habe die richtigen Worte gefunden.

Auch Komiker Otto Waalkes zeigt sich schwer geschockt von dem tragischen Unfall bei der Wette, für die er Pate stand, und sagte seinen Auftritt bei Stefan Raab in "tv total" am Mittwoch ab. "Ich bin nach dieser Tragödie im Augenblick nicht in der Verfassung, im Fernsehen lustig zu sein.", sagte Waalkes der Bild-Zeitung.

Samuel hat "schwere Lähmungen"

Vor laufender Kamera stürzt Samuel Koch am Samstagabend, als er mit Hilfe von Federstelzen nacheinander fünf ihm entgegenkommende Autos überspringen will. Regungslos bleibt er vor den Augen eines Millionenpublikums auf dem Bühnenboden liegen. Den Zuschauern in der Düsseldorfer Rheinhalle sagt Moderator Thomas Gottschalk, Samuel Koch sei im günstigsten Fall mit einer Nackenprellung davongekommen. Im ZDF-“heute journal“ erklärt der Entertainer wenig später: “Er ist bei Bewusstsein.“

Bis Sonntag verschlechtert sich der Zustand des Wettkandidaten. Die Ärzte diagnostizieren eine “komplexe Verletzung der Halswirbelsäule mit einhergehender Schwellung des Rückenmarks“. Koch wird zum ersten Mal operiert und in ein künstliches Koma versetzt.

Am Montag ein Lichtblick: “Wir holen Samuel Koch aus dem Koma“, berichtet die Uniklinik. Doch danach kehrt wieder Ernüchterung ein. Kliniksprecherin Susanne Dopheide sagt am Dienstagmorgen nebulös, Kochs Zustand habe sich verändert. Es klingt nach einer schlechten Nachricht. Die Schwellung des Rückenmarks habe sich “fortschreitend entwickelt“, verkündet daraufhin der ärztliche Direktor der Uniklinik, Wolfgang Raab. Man habe Samuel Koch ein zweites Mal operiert, um das verletzte Rückenmark so gut wie möglich zu entlasten.

“Samuel Koch ist wach und orientiert“, sagt Raab. Der Patient liege weiter auf der Intensivstation. “Im Moment hat er schwere Lähmungen“, beschreibt Steiger den Zustand am Dienstag. “Inwieweit das sich zurückbildet, das kann ich Ihnen nicht mit Sicherheit vorhersagen - das ist viel zu unsicher.“ Im besten Fall erhole sich Samuel Koch vollständig oder zumindest teilweise. Dies brauche dann aber Monate. Koch sei bestens trainiert, was ihm sehr helfe. Im schlechtesten Fall allerdings bleibe er gelähmt. Dann sagt Steiger: “Eine vollständige Erholung ist unserer Ansicht nach jetzt unwahrscheinlich.“ Ob der Arzt damit eine Lähmung oder andersartige Einschränkungen meint, bleibt zunächst unklar. ZDF- Programmdirektor Thomas Bellut erklärte erneut: “Unsere Gedanken (...) sind bei Samuel und seiner Familie.“

ja/dpa

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