"Das ist wie beim Papst"

Schlachthof-Nachfolger: Kabarett muss links sein

+
Am Donnerstag übernehmen Christian "Fonsi" Springer und Michael Altinger das Ruder im "Schlachthof".

München - Am Donnerstag übernehmen Christian Springer und Michael Altinger die Kabarett-Sendung "Schlachthof". Warum Kabarettisten in Bayern links sein müssen, was sie mit dem Papst gemeinsam haben:

Christian Springer und Michael Altinger treten in große Fußstapfen. An diesem Donnerstag (21. März, 21.00 Uhr) sind sie zum ersten Mal Gastgeber in der BR-Kabarettsendung „Schlachthof“,der 17 Jahre lang „Ottis Schlachthof“ war, bis Ottfried Fischer wegen seiner Parkinson-Erkrankung aufhörte.

Sie gehen dahin, wo es richtig weh tut und schonen nichts und niemanden“, kündigt der BR an und verspricht „45 Minuten rasante Live-Satire: bissig, bayerisch, brandaktuell“. Zu Gast in der ersten Sendung sind Martina Schwarzmann, Vince Ebert und Philipp Weber .

Beide Nachfolger wissen um die großen Fußstapfen, in die sie treten. ""Ottis Schlachthof" war eine der beliebtesten Kabarett-Sendungen überhaupt und es war eine große Traurigkeit, als das zu Ende ging", sagte Springer im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Kabarettisten-Duo ist mit der Sendung jedoch seit langem verbandelt: "Wir waren beide immer wieder Gäste und ich hatte dann im letzten Jahr die Co-Moderation. Das heißt, wir waren beide schon mit im Boot und übernehmen jetzt das Steuer“, so Altinger.

"Papst bleibt Papst, aber jeder ist anders"

Angst, mit der Legende Ottfried Fischer nicht mithalten zu können, haben sie allerdings nicht: "Es bleibt der Ort, es bleiben die Gäste und es bleibt Kabarett", so Michael Altinger. Ansonsten werde das Programm jedoch dynamischer und "kleinteiliger" sein. Springer pflichtete ihm bei: „Das ist wie beim Papst: Papst bleibt Papst, aber jeder ist anders.“

Stoff für das Programm sei in der bayerischen Politik genügend vorhanden. "Gerade in Bayern rumpelt es zur Landtagswahl richtig in beiden Lagern“, meint Michael Altinger. 

"Panikreaktionen" der CSU als Programm-Stoff

"Diese Zeit, als man auf die Bühne gegangen ist und nur drei Stichworte sagen musste, nämlich "Stoiber", "äh" und "Hauptbahnhof", und damit die Lacher geholt hat", sei zwar endgültig vorbei. Aber die aktuelle Regierung liefert laut Springer genügend Steilvorlagen: „Die CSU übernimmt im Moment sämtliche Themen der anderen Parteien - vom Donauausbau bis hin zu den Studiengebühren - und hofft, damit die absolute Mehrheit zurück zu gewinnen. Das ist eine Panikreaktion und natürlich für das Kabarett eine schöne Ausgangssituation.“

Genügend kritischer Abstand ist beim Kabarettisten-Duo Altinger-Springer offenbar vorhanden: Auf die Frage, ob Kabarettisten in Bayern eigentlich links sein müssten, antwortet Altinger: "Das liegt in der Natur der Sache." Einen rechten Kabarettisten werde man nicht einladen, betonte Springer. Im Grunde habe Kabarett aber nichts mit der Aufteilung in links und rechts zu tun, sondern mit einem kritischen Blick aufs Zeitgeschehen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare