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„Sandman“ auf Netflix: Comic galt als unverfilmbar - nun ist die Serie da

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Von: Katharina Bellgardt

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Auf Netflix ist „The Sandman“ gestartet, die Serien-Adaption des Comics von Neil Gaiman. Der Stoff galt lange Zeit als unverfilmbar. 

Hamm - Metallica und Ed Sheeran haben Songs über ihn geschrieben, er ist Kinderheld, DDR-Kulturfigur und zugleich Horrorgestalt, die sowohl in der klassischen Novelle von ETA Hoffmann als auch in den legendären Comics von Neil Gaiman für Albträume sorgte. Jetzt wird aus dem Sandmännchen „The Sandman“ und die als unverfilmbar geltende Comic-Reihe wird zur Netflix-Serie, die am Freitag startet.

Sandman auf Netflix: Neue Serie basiert auf unverfilmbarer Comic-Reihe

Zehn Folgen gibt es seit dem 5. August 2022 auf Netflix zu sehen. Die Hauptrolle bei „The Sandman“ spielt Tom Sturridge. Die Serie basiert auf den Graphic Novels von Neil Gaiman, die bei DC Comics (vorher Vertigo) erscheinen. Der Streaming-Dienst zeigt die erste Staffel mit insgesamt 10 Folgen:

Die Graphic Novel „The Sandman“ umfasst mehr als 2000 Seiten und gilt sowohl als Comic-Klassiker als auch als unverfilmbar. Die Geschichte ist komplex, es gibt viele Charaktere und verschachtelte Handlungsstränge. Der titelgebende „Sandman“, auch Dream genannt, ist der Herr der Träume - keine Gottheit, aber ein höheres Wesen. Autor Neil Gaiman, von dem auch „American Gods“ auf Amazon Prime stammt, fasst die Handlung so zusammen: „Der Herr der Träume lernt, dass man sich verändern oder sterben muss, und er trifft seine Entscheidung.“ (aus der Einleitung des Comics „Sandman – Ewige Nächte“)

Hohe Produktionskosten für die neue Netflix-Serie - wird die erste Staffel von The Sandman ein Erfolg?

Eine zweite Staffel von „Sandman“ ist noch nicht bestätigt, aber allein bei der Masse an Vorlagen sehr wahrscheinlich. Stoff gibt es zumindest genug, es wird aber darauf ankommen, ob die Serie ein Erfolg wird - wie etwa die Videospiel- und Roman-Adaption „The Witcher“.

Denn Streamingdienste stehen aktuell unter Erfolgsdruck und die Preise steigen. Amazon Prime hat bereits angekündigt, dass es deutlich teurer wird, ebenso DAZN - dort gibt es vor allem Sport zu sehen. Und „The Sandman“ war teuer. Das Branchen-Magazin „The Screenrant“ schätzt, dass jede Folge etwa 15 Millionen US-Dollar gekostet hat. Dazu kommt die lange Produktionszeit. Eine Verfilmung von „The Sandman“ ist seit 1991 geplant. Produzenten, Regisseure und Produktionsfirmen wechselte, jetzt erscheint über 30 Jahre später die Serie auf Netflix.

The Sandman auf Netflix - Folgen, Cast und Handlung

Dafür wurde die Handlung größtenteils in die Gegenwart verlegt - die Graphic Novels spielen meistens in den 80ern. „The Sandman“ beginnt allerdings im frühen 20. Jahrhundert - mit einer okkulten Beschwörung. Roderick Burgess versucht den Tod persönlich zu rufen und zu fangen, damit dieser seinen verstorbenen Sohn wieder ins Leben zurückholt. Doch die Beschwörung geht schief, und statt des Todes wird der Sandmann, der Herr der Träume, auf der Erde gefangen.

Der Herr der Träume entkommt nach über 100 Jahren und versucht wieder Ordnung in sein Reich zu bringen. Die erste Staffel basiert auf dem ersten Sandman-Comic: Präludien und Notturni.

Neben Tom Sturridge (On the Road) spielen auch Patton Oswalt, Gwendoline Christie (Game of Thrones) und Stephen Fry in der Netflix-Serie mit. Luke Skywalker - Mark Hamill - übernimmt eine Sprechrolle.

„Sandman“ vermischt Hoch- und Popkultur, arbeitet mit Zitaten aus Klassikern, greift historische Persönlichkeiten auf und verwebt sie mit Sagen und religiösen Figuren. Die Comics weisen unterschiedliche Zeichenstile auf und wechseln die Zeitebenen von der Antike bis zur Gegenwart - viel Potenzial für eine abwechslungsreiche neue Streaming-Serie.

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