Aufträge für Telefon-Voting bei Castingshows

RTL-Manager unter Korruptionsverdacht

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Schmierte die Firma, die auch für das Telefon-Voting bei DSDS zuständig ist, den Sender RTL?

Köln - 250.000 Euro soll ein Manager einer Tochterfirma der RTL-Mediengruppe erhalten haben, um die Geschäfte des Senders "positiv zu beeinflussen". Es geht um Castingshows und Gewinnspiele.

Bereits 2007 soll der Beschuldigte, ein Manager von RTL Interactive, mindestens 250.000 Euro vom Dienstleister Digame kassiert haben, berichtet die "Wirtschaftswoche". Im Gegenzug erhielt die Firma lukrative Aufträge. Dabei ging es unter anderem um die telefonischen Abstimmungen bei Castingshows und Gewinnspielen. Betroffen sind Shows wie „Let’s Dance“, „Wer wird Millionär“ und „Deutschland sucht den Superstar“.Der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte, es bestehe der Verdacht auf Bestechung und Betrug.

Die RTL-Mediengruppe teilte mit, bereits seit 2012 von den Anschuldigungen zu wissen. Die interne Revision habe die Vorwürfe gemeinsam mit einer externen Prüfungsgesellschaft „umfassend über mehrere Monate untersucht und keinerlei stichhaltige Anhaltspunkte gefunden, dass diese zutreffen könnten“.

Da die angebliche Tat mehr als fünf Jahre zurückliegt, war die Verjährungsfrist ohnehin bereits verstrichen. Deshalb geht die Staatsanwaltschaft vor allem der Frage nach, ob mögliche weitere, noch nicht verjährte Taten folgen könnten. „Das Verfahren ist noch relativ offen“, sagte der Sprecher.

Die Ermittlungen laufen seit dem Frühjahr 2013, Ende 2013 durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von RTL Interactive. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ über die Ermittlungen berichtet.

dpa

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