„Prevolution“: Wie die Affen die Macht übernahmen

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Menschen-Tand in Affen-Hand: „Planet der Affen: Prevolution“ erzählt die Vorgeschichte des Romans Pierre Boulle aus dem Jahr 1963.

München - Die neue Ursprungs-Legende „Planet der Affen: Prevolution“ handelt von der Vorgeschichte der Affenherrschaft. Hier der Kinotrailer und die Filmkritik:

Ursprünglich war „Planet der Affen“ – die Romanvorlage wie die bisherigen Filmversionen – stets eine Fabel, war Sozial-Science-Fiction. Dem nackten Affen Mensch und seiner Gesellschaft wurde in Gestalt seiner behaarten Artverwandten der Spiegel vorgehalten. Die neue Ursprungs-Legende „Planet der Affen: Prevolution“ aber handelt von der technisch-biologischen, individuell psychologischen Vorgeschichte der Affenherrschaft. Der Forscher Will Rodman (James Franco im Abkassier-Modus) entwickelt einen Anti-Alzheimer-Virus, der Versuchslabor-Schimpansen überraschende Intelligenzzugewinne beschert.

Leider haben die Drehbuchautoren davon keine Dosis bekommen, und so schleppt sich die Geschichte voller Denklöcher und Implausibilitäten charmelos ohne rechtes emotionales Zentrum voran. Anfangs ist’s ein Familiendrama um den Schimpansen Caesar (Andy „Gollum“ Serkis mit Computergrafik-Überzug), den Rodman wie ein Kind aufzieht: Eine Geschichte von Vätern und Verrat, mit Freida Pinto als weiblichem Deko-Artikel. Dann muss sich Caesar in einem Affengehege zum Anführer aufschwingen.

Gewiss, es gibt schon auch moralisches Händeringen in dem Film. Aber seine Kasperltheater-Karikatur von Wissenschaft ist so ärgerlich platt wie die Schlussfolgerung: „Manche Dinge soll man nicht ändern“, (medizinische) Forschung ist stets Hybris. Super – lasst uns an Pocken sterben!

Nach einem halbwegs hübschen Action-Finale auf der Golden Gate Bridge ist nur die Ausgangslage geschaffen für Niedergang der Menschheit, Aufstieg einer Affengesellschaft. Und man hat das Gefühl, bestenfalls den Prolog erlebt zu haben für jenes „Planet der Affen“-Prequel, das wirklich interessiert hätte.

Thomas Willmann

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