NDR: Heinze bestätigt weitere Vorwürfe

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Doris Heinze bestätigt weitere Vorwürfe.

Hamburg - Die gekündigte NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze hat nach Angaben des NDR eingeräumt, bei ihrem früheren Arbeitgeber selbst Drehbücher unter einem Pseudonym eingereicht zu haben.

Das teilte der Norddeutsche Rundfunk am Mittwoch in Hamburg mit. Eine entsprechende Bestätigung von Heinzes Rechtsanwalt Gerd Benoit sei am Mittwoch beim NDR eingegangen. Heinze habe danach gegenüber dem Sender eingeräumt, hinter dem Pseudonym “Marie Funder“ zu stecken. Heinze war in der vergangenen Woche fristlos gekündigt worden, weil sie Drehbücher ihres Mannes für den NDR hatte verfilmen lassen, ohne dies dem Sender mitzuteilen.

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Im Kern ging es zunächst um vier Drehbücher, die Heinzes Ehemann unter dem Pseudonym “Niklas Becker“ geschrieben und die die Münchner Produktionsfirma AllMedia für den NDR verfilmt hatte; dies räumte Heinze selbst ein. Am Montag hatte der NDR darüber hinaus mitgeteilt, dass Doris Heinze selbst ebenfalls unter Pseudonym und über externe Produktionsfirmen weitere zwei Drehbücher und ein sogenanntes Treatment (ausführliche Ideenskizze) für den NDR geschrieben hatte, ohne dass dies dem Sender bekannt war. Hätte Heinze ihre Autorenschaft offengelegt, hätte sie als Fernsehspielchefin des Senders deutlich weniger Honorar erhalten als eine freie Autorin.

Zunächst hatte der Anwalt Benoit diese neuen Vorwürfe zurückgewiesen. Laut NDR ist Heinze nun bereit, dem Sender alle in diesem Zusammenhang erfolgten Zahlungen offenzulegen. “Sollte diese Offenlegung tatsächlich erfolgen, würde dies die weitere Aufklärung des Sachverhalts erleichtern“, hieß es vom NDR. Nach NDR-Angaben handelt es sich bei den von Heinze selbst eingereichten Büchern zum einen um die Produktion “Die Freundin der Tochter“ und zum anderen um den nicht gedrehten Film “Dienstage mit Antoine“. Darüber hinaus geht es um ein “Polizeiruf 110“-Treatment namens “Die armen Kinder von Schwerin“.

dpa

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