Schräge Typen, exzellente Besetzung

"A Long Way Down": Schwarzer Humor vom Feinsten

Berlin - Schwarzer Humor ohne Kitsch-Anflug: Der britische Kultautor Nick Hornby erzählt in "A Long Way Down" von vier lebensmüden Typen, die ausgerechnet bei ihrem Selbstmordversuch aufeinander treffen.

In der Silvesternacht will sich der frisch aus dem Knast entlassene Ex-TV-Moderator Martin Sharp (Pierce Brosnan) das Leben nehmen. Für einen spektakulären Abgang wählt er das höchste Haus Londons aus. Und trifft auf dem Dach drei Gestalten, die dasselbe im Sinn haben: die frustrierte, alleinerziehende Mutter Maureen (Toni Collette), die durchgeknallte, hysterische Jess (Imogen Poots) und den schwerkranken Musiker J. J. (Aaron Paul aus „Breaking Bad“). Überrumpelt von der unerwarteten Gesellschaft springt schließlich keiner von ihnen. Vielmehr verbringen die vier den Jahreswechsel in dieser neuen Schicksalsgemeinschaft und schließen einen Pakt: Bis zu ihrem nächsten Treffen am Valentinstag bringt sich keiner von ihnen um.

Der Brite Nick Hornby erschrieb sich seinen Ruhm mit launigen Romanen wie „Fever Pitch“, „About a Boy“ oder „High Fidelity“, einige wurden zu ähnlich launigen Komödien adaptiert. In sein Buch „A Long Way Down“ mischen sich erstmals ernsthaftere Töne. Die greift der französische Regisseur Pascal Chaumeil auf und setzt zumindest einige von ihnen sehr geschickt und unverkrampft in Szene. Die vier so unterschiedlichen Charaktere sind treffend besetzt und exzellent gespielt. Jede Figur verbindet sehr subtil ihre eigene Tragödie mit viel Selbstironie, und die Regie lässt den Darstellern jede Menge Raum für Nuancen und überraschende Pointen. Gleichzeitig vermeidet Chaumeil jeden Kitsch-Anflug souverän.

Ulricke Frick

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Rubriklistenbild: © Nicola Dove/DCM Filmverleih

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