Harsche Szenen einer Ehe

"By the Sea" - Unerträgliches Drama mit "Brangelina"

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Viele Tränen vergießt Vanessa (Angelina Jolie) in Rolands Armen (Brad Pitt).

Es brodelt gewaltig bei Angelina Jolie und ihrem Mann Brad Pitt - allerdings nur auf der Leinwand. In dem Beziehungsdrama "By the Sea" ist Schluss mit harmlosem Beziehungsgeplänkel. Es geht ans Eingemachte.

Elizabeth Taylor und Richard Burton haben es „Brangelina“ vorgemacht. In dem bitteren Beziehungsdrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (1966) zofften sich die Stars als frustriertes Ehepaar mit scharfen Worten. Die Szenen waren gespielt, doch Taylor und Burton waren tatsächlich verheiratet, zweimal sogar.

Nun folgen Jolie und Pitt ihrem Beispiel: In „By the Sea“ geben sie die Tänzerin Vanessa und den Autor Roland. Die Ehe ist auf dem Tiefpunkt, das Paar flüchtet sich in ein Dorf in Frankreich. Er soll ein Buch schreiben, sie langweilt sich im Hotel. Er säuft, sie schluckt Pillen. Es hagelt Vorwürfe, die Wimperntusche rinnt.

Vor zehn Jahren spielten Pitt und Jolie zusammen in der Komödie „Mr. & Mrs. Smith“. „By the Sea“ geht weit über das harmlose Liebesgeplänkel hinaus. Und diesmal gibt Jolie ihrem Mann Regieanweisungen. Sie hat das Drama geschrieben, produziert und inszeniert. Bestens ist es Kameramann Christian Berger („Das weiße Band“) gelungen, die harschen Szenen einer Ehe einzufangen. Anfangs ziehen auch Vanessa und Roland in ihren Bann. Sie stoisch unterkühlt, er kettenrauchend auf dem Barhocker. Doch irgendwann ist man die vielen Nahaufnahmen auf die starren Gesichter der Stars satt. Was treibt das Paar auseinander? Während Taylor und Burton in die Abgründe ihrer Ehe mitrissen, brodelt es zwischen Pitt und Jolie nur an der Oberfläche. „By the Sea“ kommt erst stärker in Fahrt, als das Paar ein Loch in der Wand entdeckt, das den Blick auf die Nachbarn freigibt. Das erotische Voyeurismus-Spiel bringt sie einander näher, allerdings für einen hohen Preis.

„By the Sea“

mit Brad Pitt, Angelina Jolie

Regie: Angelina Jolie

Laufzeit: 120 Minuten

Unerträglich! Ein besseres Ehedrama ist „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“.

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