"Gottschalk Live": Diskussion über Sonderkündigung

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Seit dem 23. Januar versucht Thomas Gottschalk, mit seiner neuen Sendung durchzustarten.

Berlin - Er wurde empfangen wie ein Messias, jetzt muss er um seine Zukunft bangen: Thomas Gottschalk scheint innerhalb der ARD allmählich an Kredit zu verlieren. Die Quoten dümpeln unter der Fünf-Prozent-Marke.

Gottschalk Live“ bleibt den ARD-Fernsehzuschauern vorerst erhalten: Die Intendanten der Sender wollen abwarten, ob sich die Quoten mit der Änderung des Konzepts verbessern. ARD-Sprecher Stefan Wirtz teilte am Donnerstag mit, die Intendanten hätten am Montag in ihrer Schaltkonferenz „ausdrücklich keine Entscheidung getroffen, die Sendung 'Gottschalk Live' zu beenden“.

Damit dementierte Wirtz einen Bericht der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe), wonach die „deutliche Mehrheit“ der Senderchefs sich dafür ausgesprochen habe, von dem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, falls sich die Einschaltquoten nicht verbessern.

Laut „Die Welt“ hatte sich eine überwältigende Mehrheit der Intendanten bei der Schaltkonferenz für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Gottschalk-Talk ausgesprochen. Ein Argument war dem Bericht zufolge, dass sich die schwachen Quoten auf die 20.00-Uhr-„Tagesschau“ auswirkten. Im Gespräch sei eine Verlegung der Show auf 17.50 Uhr gewesen, hieß es.

Thomas Gottschalk selbst ist von der Zukunft seiner Show überzeugt. „Volker Herres hat mir heute nochmals versichert, dass er hinter der Sendung steht“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe). Außerdem habe ihm der ARD-Programmdirektor erneut zugesagt, dass es bei besserer inhaltlicher Qualität höheren Quoten mit „Gottschalk Live“ weitergehe.

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„Einem Beschluss, "Gottschalk Live" zum gegenwärtigen Zeitpunkt

Gerade erst hat der Umbau des Studios im Berliner Humboldt-Carré begonnen, seit Montag moderiert Gottschalk vor Publikum statt vor Redaktionskollegen. Weitere Änderungen am Konzept wie feste Rubriken und eine klarere Struktur sind angekündigt. Gottschalk will seinen Marktanteil, der bisher zwischen drei und fünf Prozent liegt, auf zehn Prozent verdoppeln. Bisher ist nur seine Premiere am 23. Januar zweistellig gewesen, sie hatte 14,6 Prozent Marktanteil.

Die Intendanten sprachen sich nach Angaben von Wirtz dafür aus, „der Sendung Raum zur Weiterentwicklung zu geben“. Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel betonte: „Es wäre ja auch unsinnig, zeitgleich mit dem Relaunch der Sendung 'Gottschalk Live' deren vorzeitiges Ende zu beschließen.“

Nach dem Sonderkündigungsrecht könnte die ARD „Gottschalk Live“ zum Beginn der Sommerpause im Juni einstellen, wenn die Show bis zum Stichtag 20. April nicht auf einen durchschnittlichen Marktanteil von zehn Prozent käme.

Am Mittwochabend waren Schauspielerin Ursula Karven und Entertainerin Désirée Nick zu Gast. 1,2 Millionen Menschen (4,6 Prozent Marktanteil) schauten an den Bildschirmen zu. Am Dienstagabend waren es nur 990.000 Zuschauer (3,8 Prozent Marktanteil) gewesen.

dapd

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