Serien, Filmklassiker und mehr

Disney Channel ab Januar im Free-TV

Hamburg - Der Fernsehmarkt kommt im Januar 2014 in Bewegung: Mit Serienpremieren und Film-Klassikern will der Disney Channel vor allem den TV-Kindermarkt im Free-TV aufmischen.

Der bisherige Pay-TV-Sender, der am 29. November in dieser Form eingestellt wird und ab 17. Januar die Frequenzen des Senders Das Vierte übernimmt, hat aber nicht nur die Jüngsten im Blick: Das Abendprogramm unter der Woche richte sich mit Serien „von Comedy bis Romantic Drama“ an ein „erwachsenes, überwiegend weibliches Publikum“, berichteten die Verantwortlichen am Donnerstagabend in Hamburg. Für „beste Familienunterhaltung“ seien die Freitag- und Samstagabende reserviert. Tagsüber sollen die Jüngeren erreicht werden.

Der Disney Channel Deutschland starte mit einem „maßgeschneiderten Konzept“, das in dieser Form einzigartig unter den Disney Channels weltweit sei, sagte Geschäftsführer Lars Wagner. Die technische Reichweite des Senders soll zum Start 93 Prozent betragen. Neben neuen und bekannten Serien gibt es Disney-Filme wie etwa gleich zu Beginn „Susi und Strolch“, „Ratatouille“ und „Aristocats“ - mit welchem der drei Streifen der Sender am 17. Januar abends konkret seinen Neustart feiern wird, wollten die Verantwortlichen noch nicht sagen. Los geht es an dem Tag morgens um 6 Uhr mit „Steamboat Willie“, dem ersten vertonten und öffentlich aufgeführten Micky-Maus-Cartoon.

Zahlreiche Serien - tagsüber stehen in den ersten sechs Monaten 450 Free-TV-Episodenpremieren an - gibt es für Jung und Alt: Das fängt im Vorschulalter an („Sofia die Erste“, „Dino-Zug“) und reicht bis zu Angeboten für Erwachsene wie den US-Produktionen „Cedar Cove“ mit Andie MacDowell als Richterin und „The Neighbors“ über außerirdische Nachbarn oder der spanischen Serie „Grand Hotel“. In Spanien und anderen Ländern etwa laufe auch die ebenfalls geplante „Violetta“, die „erste Telenovela für Tweens“ (Kinder zwischen 10 und 13), bereits erfolgreich, sagte Programmchef Ralf Gerhardt.

Auch lokale Eigenproduktionen wie „Binny und der Geist“ mit Johannes Hallervorden, Sohn von Komiker Dieter Hallervorden, als Geisterjungen sowie Reality-Formate gehören zum Programm. Letzteres passe zwar auf den ersten Blick nicht zu Disney, meinte Gerhardt. Doch die beiden Formate „Vollpension beim Fremden - Wochenendtrips mit Familien“ und „100 Days Of Being Nice“ klingen familientauglich. Eigene Shows zeigt der Sender ebenfalls: etwa die Gameshow „Family time“ oder „Ducks & Friends“, in der Nova Meierhenrich in den Disney-Archiven stöbert.

Disney habe seine Schatztruhen weit geöffnet für das neue Programm, sagten die Verantwortlichen. Für die Konkurrenz Super RTL werden sie hingegen geschlossen - die Zulieferung wird zum Ende des Jahres eingestellt. Am derzeitigen Marktführer (23,5 Prozent Marktanteil) im Kinder-TV zwischen 3 und 13 Jahren ist Disney zu 50 Prozent beteiligt. Ein Verkauf der Anteile sei nicht geplant, sagte Disney-Channel-Chef Wagner. Experten rechnen für seinen Sender im ersten Halbjahr mit Werten zwischen 4 und 7 Prozent. Die anderen relevanten Kanäle, der KiKA und Nickelodeon, kommen bislang auf 20,2 und 11,6 Prozent. Auf Zahlen wollten sich die Disney-Chefs nicht festlegen, betonten aber: „Wir haben schon eine einigermaßen stolz geschwellte Brust.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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