"Die Möbius Affäre": Blitzschlag der Begierde

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Eine verhängnisvolle Affäre entwickelt sich zwischen den Spionen Grégory (Jean Dujardin) und Alice (Cécile de France).

Berlin - Oscarpreisträger Jean Dujardin kommt zurück in die deutschen Kinos. Nach dem Stummfilm „The Artist“ gibt er im Thriller „Die Möbius Affäre“ einen Spion. Der verfängt sich in einem Netz aus Geheimdiensten und Gefühlen.

Im Auftrag des russischen Geheimdienstes soll Top-Spion Grégory (Jean Dujardin) belastendes Material gegen den ominösen Oligarchen Ivan (Tim Roth) besorgen. Grégorys Team gelingt es, Ivans Finanzberaterin Alice (Cécile de France) als Undercover- Agentin anzuwerben. Als Grégory und Alice sich in einem Club in Monaco zufällig begegnen, funkt es zwischen ihnen. Sie ahnt nicht, wen sie vor sich hat – und er ahnt nicht, dass sie schon längst für die CIA arbeitet. So beginnt eine verhängnisvolle Affäre, die die beiden Agenten in höchste Lebensgefahr bringt.

Autor und Regisseur Éric Rochant, dessen Werke bislang allesamt nicht in die deutschen Kinos kamen, entführt uns in seinem achten Spielfilm in die Welt von Hochfinanz und Hochverrat, von Scheinfirmen, Schwarzgeldern und anderen Schweinereien – eine Welt, in der alle mit gezinkten Karten spielen und jeder jeden beobachtet. Passenderweise ist der Film eine raffinierte Choreographie der Blicke, glamourös in Szene gesetzt: Nicht nur die mondäne Kulisse Monacos, auch die attraktiven Akteure werden in eleganten, erlesenen Bildern präsentiert.

Nach seiner gekonnten Karikatur eines Spions in den beiden „OSS 117“-Filmen zeichnet Oscar-Preisträger Jean Dujardin („The Artist") hier eine vielschichtige Agenten- Figur. Er agiert mit souveräner Ruhe, nicht so aufgedreht wie sonst, und kann sich dabei ebenso auf sein ausdrucksstarkes Gesicht und seine enorme Präsenz verlassen wie Cécile de France („Hereafter“), die die toughe Traderin Alice mit einer fesselnden Mischung aus Intelligenz und Laszivität verkörpert. Die Chemie zwischen den beiden ist umwerfend: Bei ihrem Aufeinandertreffen knistert es im Kino wie schon lange nicht mehr. „Lie to Me“-Star Tim Roth, der übrigens Roman Abramowitsch verblüffend ähnlich sieht, überzeugt daneben als aalglatter Oligarch.

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Intelligenz und Laszivität verkörpert. Die Chemie zwischen den beiden ist umwerfend: Bei ihrem Aufeinandertreffen knistert es im Kino wie schon lange nicht mehr. „Lie to Me“-Star Tim Roth, der übrigens Roman Abramowitsch verblüffend ähnlich sieht, überzeugt daneben als aalglatter Oligarch liert auch der Zuschauer irgendwann die Orientierung in diesem verwirrenden Katz-und-Maus-Spiel.

Das macht aber nichts, denn Rochants Fokus liegt ohnehin ganz woanders: auf der Liebesgeschichte zwischen Alice und Grégory. Der Blitzschlag der Begierde bei der ersten Begegnung; die Spannung der prickelnden, sexuell aufgeladenen Dialoge; die sagenhaft sinnlichen, ebenso intimen wie intensiven Bettszenen: Bei diesem heißen Spiel mit dem Feuer sprühen die Funken, bis die Leinwand lichterloh brennt und die Herzen im Publikum endgültig entflammt sind. So entpuppt sich dieser verzwickte Spionagekrimi bald als atemberaubend erotisches Liebesdrama.

Marco Schmidt

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