Gesellschaftskritik in "Bevor der Winter kommt"

Im Liebesdrama "Bevor der Winter kommt" übt der französische Regisseur Philippe Claudel auf Basis einer eingefahrenen Ehe Gesellschaftskritik.

Ihm fehle einfach die Gebrauchsanleitung, entschuldigt Chirurg Paul (Daniel Auteuil) das gespannte Verhältnis zum erwachsenen Sohn. Dass er mit Gattin Lucie (Kristin Scott Thomas) genauso wenig anfangen kann, blendet er aus. Allen Menschen in „Bevor der Winter kommt“ begegnet er mit derselben unverbindlichen Aufmerksamkeit. Bis er die faszinierende Kellnerin Lou (Leila Bekhti) kennenlernt.

Elegant verschlungen und voller Allegorien ist dieser dritte Spielfilm des französischen Regisseurs und Drehbuchautors Philippe Claudel. Mit dem Thema einer eingefahrenen Ehe, in der beide Partner stets im Sinne der Konvention gehandelt haben, nähert er sich einem Sujet an, wie es Regiekollege Claude Sautet gerne beackerte. Doch im Gegensatz zum erkennbaren Vorbild verzichtet Claudel auf dessen ätzende Schärfe. Seine Gesellschaftskritik ist sanfter und so gediegen wie das gesamte Ambiente.

ulf

Rubriklistenbild: © Fabrizio Maltese/polyband Medien GmbH/TF1

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