Augsburger Puppenkiste zurück ins Fernsehen?

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Die Augsburger Puppenkiste könnte bald wieder über die heimischen Bildschirme flimmern.

Augsburg/München - Jim Knopf und Urmel aus dem Eis könnten zurück ins Fernsehen kommen. Der Bayerische Rundfunk prüft eine weitere Zusammenarbeit mit der Puppenkiste.

Seit Jahrzehnten lieben große und kleine Fans die Geschichten von Jim Knopf, Urmel aus dem Eis und den anderen Helden der Augsburger Puppenkiste. Jetzt sollen möglicherweise neue Geschichten rund um die Marionetten auf den Bildschirm kommen. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, möchte die Marionetten der Augsburger Puppenkiste wieder auf den Bildschirm bringen. „Wir haben den festen Willen, mit den Machern der Augsburger Puppenkiste Projektideen zu diskutieren“, sagte ein BR-Sprecher am Montag und bestätigte damit Medienberichte.

Es sei jedoch wichtig, dass die möglichen Ausstrahlungen zeitgemäß seien, auch „Formate ganz neuen Zuschnitts“ seien denkbar. Der Kinderkanal von ARD und ZDF (Kika) hatte im Herbst 2011 die Sendungen der Puppenkiste nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums als nicht mehr zeitgemäß eingestuft und aus dem Programm genommen. Die alten Sendungen der Puppenkiste wurden seit den 1950er Jahren zumeist vom Hessischen Rundfunk (HR) produziert.

Marschall hat bereits "viele verschiedene Ideen"

Wilhelm lasse nun prüfen, ob der BR eigene Formate mit dem bekannten Marionettentheater entwickeln könne, erklärte der Pressesprecher. Zudem habe der Intendant bei der Programmkommission des Kinderkanals angeregt, die Puppenkiste wieder ins Programm zu nehmen. „Die Figuren sind Klassiker“, sagte Wilhelm der SZ, „und die liebevolle Umsetzung spricht meiner Meinung nach auch die Kinder von heute an“. Deshalb habe er die Initiative ergriffen, um der Puppenkiste zur Rückkehr in die Wohnzimmer zu verhelfen. Über konkrete Inhalte wollte er noch keine Angaben machen, da die Gespräche mit den Vertretern des Theaters erst am Anfang stünden.

Auch Puppenkisten-Manager und Chef-Marionettenspieler Klaus Marschall sagte, vor April könne man noch nichts sagen. Er freue sich aber über Wilhelms Vorstoß: „Dieses große Interesse freut mich natürlich sehr.“ Er habe bereits „viele verschiedene Ideen.“

Spaenle begrüßt die Pläne

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte kritisiert, dass der Kika immer mehr Seifenopern, Castingshows und Zeichentrickfilme ausstrahle und anspruchsvolle Sendungen wie die Puppenkiste weichen müssten. „Ich kann diese dramatische Entwicklung nur bedauern“, sagte der Minister damals. Daher begrüßte Spaenle nun Wilhelms Initiative. In einem Brief an den Minister berichtet der Intendant allerdings, dass im Kika die „langjährigen Publikumslieblinge“ wie die Puppenkiste oder „Biene Maja“ eine abnehmende Resonanz verzeichneten.

Bei der Puppenkiste hätten die Messungen sogar ergeben, dass sie vor allem von älteren Zuschauern gesehen werde - „wohl aus nostalgischen Gründen“, schrieb Wilhelm. Quoten seien für den Kika zwar „kein vorrangiges Kriterium“, aber eben auch „ein wichtiger Gradmesser für Programmplaner, die ihre junge Zielgruppe auch tatsächlich erreichen wollen“. Das schwäbische Puppentheater unterhält seit mehr als 60 Jahren Groß und Klein mit seinen Geschichten. Die Vorstellungen in Augsburg sind oft für Monate ausverkauft.

dpa

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