Neue Schwerpunkte

ARD: Mehr Filme und Comedy statt Talk

+
ARD-Programmdirektor Volker Herres setzt im Ersten mehr auf Spielfilm-Events, Spielshows und Comedy statt Talk. Wenn Reinhold Beckmann Ende 2014 mit seiner Talkshow am Donnerstagabend aufhöre, werde das der „Platz für Satire und Comedy“, sagte Herres dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

München - Die ARD setzt künftig mehr auf Spielfilm-Events, Spielshows und Comedy statt Talk. Wenn Reinhold Beckmann Ende 2014 mit seiner Talkshow am Donnerstagabend aufhöre, werde das der „Platz für Satire und Comedy".

Das sagte der Programmdirektor Volker Herres dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Olli Dittrich hat mit "Frühstücksfernsehen" eine grandiose Parodie mit Loriot'schen Qualitäten hingelegt. Wir wollen weiter zusammenarbeiten. Wir sind sozusagen verlobt. Dittrich hat eine ganze Reihe von Ideen für Parodien. Es wird von ihm mehr geben als "Frühstücksfernsehen".“

Außerdem betonte Herres: „Ich bin von der Kombination Spielfilm und journalistische Vertiefung überzeugt, und wir behalten diese bei.“ So werde es etwa zum 75. Geburtstag von Christiane Hörbiger (13.10.) mit der österreichischen Schauspielerin einen Film über Demenz geben („Stiller Abschied“) mit anschließender Diskussion in der Talkshow „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg.

In der Unterhaltung will Herres neue Wege gehen: „Wir setzen künftig auf Staffelproduktionen. Donnerstag wird es zwei, drei oder vier Wochen hintereinander die gleiche Show geben. Diese wechseln mit Staffeln unterhaltsamer Fiktion.“ Am 17. Oktober starte zum Beispiel „Die Deutschen Meister 2013 - die Olympiade der verrückten Ideen“ mit Kai Pflaume. Er suche Leute aus Deutschland mit sagenhaften Talenten oder Interessen, die gegeneinander antreten. Im Finale müssten die „Deutschen Meister“ dann gegen Könner aus Europa antreten. Ein weiteres Show-Format mit Pflaume sei noch nicht spruchreif.

Mit Matthias Opdenhövel starte bereits am 10. Oktober „Die Show der unglaublichen Helden“ mit Promis im Generationenduell: „Ein topfitter jüngerer Kandidat tritt an gegen eine lebende Legende wie Olympiasieger Klaus Wolfermann oder Kultkicker Willi "Ente" Lippens.“

Zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 2014 sei „etliches geplant“, sagte Herres, zum Beispiel das vierteilige Doku-Drama „14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs“, das das Geschehen aus der Sicht von Hausfrauen, Soldaten oder Krankenschwestern erzähle. Zudem produziere das Erste einen Film über Clara Immerwahr, die Frau des Chemie-Nobelpreisträgers Fritz Haber, der das im Krieg eingesetzte Giftgas erfunden habe. Immerwahr, gespielt von Katharina Schüttler, habe dies nie verkraftet und sich das Leben genommen.

Im kommenden Jahr soll es in der ARD außerdem eine Produktion ohne Drehbuch geben - Arbeitstitel: „Altersglühen“. 13 Schauspieler, darunter Mario Adorf, Senta Berger, Michael Gwisdeck, Matthias Habich und Angelika Winkler, kennen nur ihre Figur und treffen sich zu einer Art schauspielerischem Speed-Dating.

dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare