Feuerwehren im Dauereinsatz

Unwetter-Chaos in Deutschland: Meterhohe Wassermassen fluten Dorf - Feuerwehr rettet 82-Jährige aus Unterführung

Überschwemmte Häuser nach schweren Unwettern in Rheinland-Pfalz.
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Die Häuser in Gebroth (Rheinland-Pfalz) sind nach dem Unwetter von Hochwasser umgeben. Unwetter haben Einsatzkräften in Deutschland viel Arbeit beschert.

Unfälle, Überschwemmungen und Blitzeinschläge: Vielerorts waren die Feuerwehren nach den schweren Unwettern in Deutschland im Dauereinsatz. Auch für Sonntag gibt der DWD keine Entwarnung.

Berlin - Blitzeinschläge, Überschwemmungen durch Starkregen und zahlreiche Unfälle sorgten am Wochenende für immense Schäden. Auch in der Nacht zum Sonntag wüteten in weiten Teilen Deutschlands die teils schweren Unwetter* weiter. Die Feuerwehren waren vielerorts im Dauereinsatz. Auch für das Wetter am Sonntag kann der Deutsche Wetterdienst noch keine endgültige Entwarnung geben. Für die Mitte Deutschlands erwarten die Meteorologen örtlich erneut Starkregen. Ab den Mittagsstunden warnt der DWD außerdem vor schweren Gewittern im Süden Thüringens und Sachsens sowie im Nordosten Bayerns.

Unwetter in Deutschland: Hunderte Feuerwehreinsätze durch Unfälle und Überschwemmungen

In Bayern musste die Feuerwehr zu hunderten Einsätzen ausrücken. Die Unwetterwarnung vor schweren Gewittern des Deutschen Wetterdienstes bewahrheitete sich in vielen Fällen. In Regionen wie Niederbayern kam es am Samstag zu Autounfällen, überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Bei einer Regatta auf dem Bodensee sind zwei Segelboote mit sieben Menschen wegen Sturmböen gekentert.

Video: Unwetter suchen Deutschland heim

Unfälle und Überschwemmungen auch in Hessen - Feuerwehr im Dauereinsatz

Ein ähnliches Bild zeigte sich in Osthessen. Auch dort zogen die Unwetter Hunderte Feuerwehreinsätze nach sich. Nach Angaben der Polizei wurden im Landkreis Fulda im Laufe des Nachmittags 330 Einsätze registriert, der Großteil davon im Stadtgebiet Fulda. Dabei ging es vor allem um überflutete Straßen, herausgesprungene Kanalisationsdeckel sowie vollgelaufene Keller. Verletzte gab es nicht.

Auf den Autobahnen rund um Fulda ereigneten sich vier Unfälle, wie die Polizei weiter mitteilte. Bei einem davon überschlug sich ein Autofahrer mit seinem Wagen, nachdem er zuvor auf der regennassen Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte und von der Straße abgekommen war. Er und sein Beifahrer wurden mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Bei den restlichen Unfällen wurde niemand verletzt.

„Meterhohe Wassermassen“ in Sachsen: Auto bis zur Oberkante im Wasser

Starkregen sorgte auch im Zwickauer Land in Sachsen für mehrere Straßensperrungen und vollgelaufene Keller. Eine Straßenunterführung unter der Autobahn 4 sei wegen der großen Wassermenge unpassierbar gewesen, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. „Ein Auto stand bis zur Oberkante im Wasser und musste abgeschleppt werden.“ Auch eine Unterführung an einer Abfahrt der Bundesstraße 93 musste wegen meterhoher Wassermassen gesperrt werden. In beiden Fällen wurde niemand verletzt.

Stark betroffen war nach Feuerwehrangaben auch der Ort Langenweißbach im Erzgebirge. „Die kleine Ortsfeuerwehr hatte in wenigen Stunden 35 Einsätze. Das Wasser ist quer durch den Ort gelaufen.“ Bäche seien über die Ufer getreten, zahlreiche Keller mussten leergepumpt werden. Das Unwetter in Zwickau und Umgebung sei sehr punktuell aufgetreten, ungefähr zwischen 17 Uhr und 19 Uhr. „Wir bekamen rund 170 Anrufe. Am Vormittag war noch völlig blauer Himmel“, sagte der Feuerwehrsprecher.

Viel Regen fiel auch in Thüringen - auch dort krachte es auf den Autobahnen mehrfach.

Unwetter-Chaos in Deutschland: Hauptbahnhof in Stuttgart überschwemmt

Am Hauptbahnhof in Stuttgart stand das Wasser zeitweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie ein Sprecher der Polizei am frühen Sonntagmorgen mitteilte. Das Wasser konnte demnach unter anderem aufgrund verstopfter Gullys nicht schnell genug ablaufen.

Schwere Unwetter seit Tagen in Deutschland: Mädchen nach Blitzschlag schwer verletzt

Schon seit Freitag wüteten teils schwere Unwetter in Teilen Deutschland. In Düsseldorf kam es zu einem schweren Unfall: Nach einem Blitzeinschlag ist ein Kind mit seinem Fahrrad gestürzt und von einem Auto angefahren worden. Das zwölfjährige Mädchen sei lebensgefährlich verletzt worden, teilte ein Feuerwehrsprecher am Freitagabend laut dpa mit. Demnach war ein Blitz am Abend nahe der Gruppe aus mehreren Radfahrern auf einer Straße im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe eingeschlagen.

Unwetter in Deutschland: Allein in Thüringen Schäden in Millionenhöhe

Schlimm betroffen war der Ortsteil Mosbach in der thüringischen Gemeinde Wutha-Farnroda, wo am Freitagabend eine Flutwelle kniehoch durch den Ort geströmt war und Häuser, Gärten und Garagen geflutet hatte. Mehrere Autos wurden weggeschwemmt, aus drei davon mussten Menschen befreit werden. Der Bürgermeister rechnete mit Schäden in Millionenhöhe, bei einem Gebäude wurde ein Teilabsturz durch einen Hangrutsch befürchtet.

Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Auto wird in Bach gespült

Auch in Hennef in Nordrhein-Westfalen kam es nach einem Unwetter am Freitagabend zu Hangrutschungen. Ein Auto wurde in einen Bach gespült, das Gelände eines Schwimmbads mit Schlamm und Geröll bedeckt, eine durch den Wald verlaufende Straße an einer Seite nahezu komplett unterspült.

Anwohner des Ortsteils Lanzenbach (Nordrhein-Westfalen) räumen ihre Grundstücke auf, die nach schweren Unwettern mit Schlamm und Geröll bedeckt sind.

Unwetter wüten bei Hannover: Feuerwehr rettet 82-Jährige aus Unterführung

In Laatzen bei Hannover holte die Feuerwehr am Samstag eine Seniorin aus einer überfluteten Fußgänger-Unterführung. Die 82-Jährige war zusammen mit acht Jugendlichen von etwa 30 Zentimeter hoch stehendem Wasser eingeschlossen. Feuerwehrleute trugen die Rentnerin ins Freie. Auch am Hauptbahnhof in Stuttgart stand das Wasser zeitweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte.

Gerüst reißt mehrere Arbeiter mit sich - 65-Jähriger stirbt

In der Stadt starb zudem ein 65-Jähriger, als am Freitag auf einer Baustelle ein unterspültes Gerüst mehrere Arbeiter mit sich riss.(va/dpa)

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