Politisches Statement

"Gelb-Braune Flaschen": Warsteiner Brauerei reagiert provokant auf Thüringen-Wahl

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"Die einzigen gelb-brauen Flaschen, die es in Thüringen geben sollte." Mit dieser Kampagne polarisiert die Brauerei nach der Thüringen-Wahl im Netz.

Nach dem Wahl-Beben in Thüringen hat sich die Warsteiner Brauerei mit einem deutlich politischem Statement über Social Media zu Wort gemeldet.

  • Nach der Wahl in Thüringen reagiert die Warsteiner Brauerei mit einem provokanten Posting.
  • Im Netz sind die Reaktionen zum großen Teil positiv.
  • Die Brauerei betont, dass sie klar hinter ihren Worten und der politischen Einstellung stehe.

Warstein - Viele reagierten nach der Thüringen-Wahl sprachlos: FDP-Mann Thomas Kemmerich wurde mit entscheidender Hilfe der AfD zum Ministerpräsident des Freistaats gewählt - einen Tag später will er das Amt bereits wieder aufgeben.

Wortgewaltig und so gar nicht sprachlos reagierte die Marketing-Abteilung der Warsteiner Brauerei. Am Tag nach der Wahl veröffentlichte die Brauerei auf ihren Social Media-Plattformen bei Facebook und Instagram eine deutliche Botschaft. Auf einem Werbeplakat für das Warsteiner Radler, dass in Braunglas abgefüllt wird, prangt der Slogan: "Die einzigen gelb-brauen Flaschen, die es in Thüringen geben sollte."

Die Kampagne der Warsteiner Brauerei nach der Thüringen-Wahl.

Die unmissverständliche Nachricht in Richtung von FDP und AfD sorgt im Netz für vorwiegend für zustimmende Reaktionen: Während viele Facebook-Nutzer den Post der Warsteiner Brauerei teilen und damit ausdrücken wollen, dass sie der gleichen Meinung wie die Bierbrauer aus Warstein im Sauerland sind, gibt es auf Instagram ausschließlich positive Kommentare. Auf Facebook jedoch schreiben einige Nutzer empörte Kommentare, die umgehend von der Marketing-Abteilung aufgegriffen werden, wie soester-anzeiger.de* berichtet.

Warsteiner nach der Thüringen-Wahl: "Ihr seid so primitiv"

Auf den Vorwurf: "Ihr seid so primitiv!", reagiert die Brauerei prompt und fragt den Verfasser, ob er da nicht etwas verwechsle. Der nächste Hieb in Richtung der Politik Thüringens. Ein weiterer Kommentator ist ebenfalls der Meinung, dass das Plakat der Brauerei primitiv sei - für ihn sei es Zeit, nun sein Bier zu wechseln. Er verabschiedet sich mit den Worten "Bey Bey" und meinte damit vermutlich "Bye Bye", was im Englischen "Auf Wiedersehen" bedeutet. Die Brauerei zeigt ihm die kalte Schulter: "Bei dieser Wahl wollen wir dich nicht beeinflussen."

Andere Facebook-Nutzer reagieren mit Lob auf die Aktion: "Ich bin kein Biertrinker, aber aufgrund dieser Aktion werde ich gern zum Alkoholiker. Danke!" Die Brauerei freut's und rät gleichzeitig, auch beim Bier bewusst zu genießen. Die Warsteiner Brauerei betont übrigens in einer Antwort auf einen Kommentar, dass es den Machern "ausnahmsweise mal gar nicht um Werbung" ging. Demnach sollte die politische Botschaft im Mittelpunkt stehen.

Warsteiner nach der Thüringen-Wahl: "Kampagne steht für Toleranz und Vielfalt"

Das unterstreicht auch Unternehmenssprecherin Sinje Vogelsang: "Die Kampagne steht für unsere Werte Toleranz und Vielfalt", sagte sie im Gespräch mit soester-anzeiger.de*. Die Idee zu dem Posting sei bereits am Sonntagabend gewachsen. 

"Wir haben damit gerechnet, dass es viele Reaktionen geben wird", erklärte Vogelsang. Sie betonte, dass der Werbeeffekt für die Brauerei in diesem Fall nicht im Mittelpunkt gestanden habe: "In erster Linie ist das eine Aussage, ein kleiner Aufruf, hinter dem die Brauerei steht." 

Auf die negativen Kommentare angesprochen, betont sie: "Unterm Strich ist es ja nur eine Handvoll an negativen Kommentaren. Ich glaube nicht, dass wir Biertrinker wegen dieser Kampagne verlieren. Unsere Community ist sehr aktiv und umtriebig. Wir wollen, dass die Menschen mit uns diskutieren und wir möchten, dass man mit uns spricht." Vogelsang betonte auf die Frage, ob die Warsteiner Brauerei so eine Aktion noch einmal machen würde: "Ja, auf jeden Fall!".

Nach der Thüringen-Wahl will FDP-Chef Christian Lindner die Vertrauensfrage stellen. Direkt nach der Wahl sprach der neugewählte Ministerpräsident Thomas Kemmerich im Interview mit „heute journal“-Moderatorin Marietta Slomka. Slomka bohrte bei Kemmerich nach und plötzlich fiel ein entlarvender Satz.

ds

*soester-anzeiger.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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