Dannenröder Forst

Nach Angriff auf Polizisten: Namenlose Wald-Besetzerin zu jahrelanger Haft verurteilt

Eine Frau soll in einem Protest-Camp im Dannenröder Forst einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben und einem weiteren Beamten ihr Knie ins Gesicht gestoßen haben.
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Eine Frau soll in einem Protest-Camp im Dannenröder Forst einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben und einem weiteren Beamten ihr Knie ins Gesicht gestoßen haben.

Wegen Gewalt gegenüber Polizisten im Dannenröder Forst verurteilte das Amtsgericht Alsfeld eine Waldbesetzerin zu einer Haftstrafe.

Alsfeld - Eine Waldbesetzerin aus dem Dannenröder Forst ist am Mittwoch vom Amtsgericht Alsfeld (Hessen) zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau am 26. November vergangenen Jahres in einem Protest-Camp in dem Waldstück in Mittelhessen auf einer Seiltraverse in rund 15 Metern Höhe einen Polizisten mehrfach ins Gesicht und einmal gegen den Kopf getreten und einem weiteren Beamten ihr Knie ins Gesicht gestoßen hat.

Im Gerichtssaal kam es während der Urteilsverkündung zu tumultartigen Szenen, wie Amtsgerichtsdirektor und Pressesprecher Klaus Schwaderlapp berichtete. Mehrere Zuschauer hätten gesungen und seien von Polizisten aus dem Saal entfernt worden, auch die Angeklagte habe Parolen skandiert, als sie abgeführt wurde.

Im Dannenröder Forst kam es immer wieder zu Zwischenfällen

Nach Überzeugung des Gerichts hat sich die Frau, die es ablehnte ihre Identität anzugeben, in zwei Fällen des tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte schuldig gemacht - davon einmal in einem besonders schweren Fall - sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung. Sie saß seit ihrer Festnahme Ende November vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Dannenröder Forst sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 gefällt worden. Aus Protest dagegen hatten Umwelt- und Klimaschützer den Dannenröder Forst besetzt und dort zahlreiche Baumhäuser und Barrikaden errichtet, die von der Polizei bei wochenlangen Räumungen entfernt wurden. Dabei kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen. Eine Aktivistin stürzte etwa aus mehreren Metern Höhe zu Boden*, wofür die Besetzer die Polizei verantwortlich machten.

Umweltschützer demonstrieren im Dannenröder Forst gegen A49-Ausbau

Die A49 soll einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Umweltschützer sehen das Projekt im Widerspruch zu einer umweltfreundlichen Verkehrswende - die Befürworter der Autobahn erhoffen sich weniger Lärm und Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Straßenanbindung für Pendler. Die Bauarbeiten für den Lückenschluss sind bereits in vollem Gange. (dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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