Vor 36 Jahren

Italienische Schülerin mysteriös verschwunden - Vatikan leitet interne Suche nach Emanuela ein 

+
Emanuela Orlandi wird noch immer vermisst. Zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich um das Verschwinden des Mädchens. 

Das Verschwinden der italienischen Emanuela Orlandi sorgt auch nach 36 Jahren für Spekulationen. Nun leitete offenbar der Vatikan neue Untersuchungen ein. 

Rom - Knapp 36 Jahre ist sie bereits vermisst, nun könnte das Verschwinden von Emanuela Orlandi neu aufgerollt werden. Offenbar leitet der Vatikan nun interne Untersuchungen zu dem Fall des 1983 verschwundenen Mädchens ein. Die Anwältin der Familie bestätigte dies am Mittwoch, der Vatikan wollte sich bislang dazu noch nicht äußern. Klar ist jedoch: das Verschwinden der damals 15-Jährigen gilt als einer der mysteriösesten Kriminalfälle Italiens. 

Nachdem die Anwältin Laura Sgro im März einen anonymen Hinweis bekommen hatte, erklärte sich der Vatikan bereit, ein Grab auf seinem Gelände öffnen zu lassen. Möglicherweise befinden sich dort Orlandis sterbliche Überreste. Der Bruder der Vermissten, Pietro, sprach von einem wichtigen Schritt nach 35 Jahren der Verweigerung jeglicher Zusammenarbeit seitens des Vatikans. Was genau im Juni 1983 geschah, ist noch immer nicht geklärt. Um das Verschwinden der Tochter eines Hofdieners von Papst Johannes Paul II. ranken sich viele Verschwörungstheorien. 

Rom: Emanuela Orlandi noch immer vermisst - was geschah im Juni 1983?

Die 15-Jährige besuchte noch am 22. Juni 1983 die Musikschule in Rom. Auf dem Weg dorthin wird sie offenbar von jemandem angesprochen, Emanuela bekommt ein Job-Angebot als Kosmetik-Beraterin. Dies erzählt die 15-Jährige in einem Telefonat mit ihrer Schwester kurz nach dem Besuch der Musikschule. Ab diesem Zeitpunkt ist das Schicksal des jungen Mädchens ungewiss. Zeugen behaupten jedoch, die Italienerin Stunden später in einem dunklen BMW gesehen zu haben. Als Emanuela am Abend nicht nach Hause zurückkehrt, melden sie ihre Eltern als vermisst. 

Ab diesem Punkt beginnt eine beispiellose Suche nach der 15-Jährigen. Sogar der damalige Papst schaltet sich ein. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist zugleich der Arbeitgeber des Vaters des vermissten Mädchens. Mehrere Anrufer melden sich, zwei Männer berichten sogar von konkreten Details. Die Ermittler stufen die telefonischen Hinweise von „Pierluigi“ und „Mario“ als glaubwürdig ein, schließlich berichten die beiden unabhängig voneinander Fakten, die nur der engste Familienkreis von Emanuela wissen kann. So habe Emanuela beiden erzählt, ein Jobangebot als Avon-Beraterin angeboten bekommen zu haben. Doch die Suche verläuft im Sand.

Rom: Könnte Emanuela Orlandi nun gefunden werden? 

Dann der nächste konkrete Hinweis: ein Anrufer behauptet, Emanuela sei entführt worden. Im Austausch für die Freilassung von Mehmet Ali Agca, würde das Mädchen lebend nach Hause zurückkehren dürfen. Mehmet Ali Agca verübte kurz zuvor ein Attentat auf den Papst, verbüßte seine Haftstrafe in Italien. Kurz nach dem mysteriösen Anruf erhält die Familie dann noch zwei passende Erpresserschreiben. Darin werden auch die beiden Anrufer „Mario“ und „Pierluigi“ erwähnt. Sie alle würden unter einer Decke stecken, sie alle seien Mitglieder einer Organisation. Ein konkreter Austausch der beiden Personen kommt jedoch nie Zustande, auch diese Spur verläuft sich im Sand. 

Das Einzige, was bleibt, sind Verschwörungstheorien, viele involvieren auch den Vatikan. Wurde Emanuela von einer Verbrecherorganisation entführt, um Druck auf den Vatikan auszuüben? Gibt es in dem Fall eventuell einen sexuellen Hintergrund? Auch das Verschwinden der 40 Tage zuvor verschwundenen Mirella Gregori wirft Fragen auf. Auch sie verschwindet spurlos, auch sie hat Kontakte in den Vatikan. Mehmet Ali Agca, der Attentäter des Papstes, sorgte erst 2013 für neue Spekulationen. Er behauptete, das Verschwinden der beiden Mädchen würde tatsächlich zusammenhängen. Doch auch hier gibt es keine weiteren konkreten Spuren. Von beiden Mädchen fehlt noch immer jede Spur. 

Auch von der damals 19-jährigen Sonja Engelbrecht aus München fehlt jede Spur. Das junge Mädchen verschwand unter mysteriösen Umständen nach einer Nacht mit Freunden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare