"Trend stoppen"

UN-Generalsekretär warnt auf den Bahamas vor dem Klimawandel

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Menschen gehen an den Trümmern auf einem Friedhof auf den Bahamas vorüber. Foto: Ramon Espinosa/AP

Auch zwei Wochen nach dem Hurrikan "Dorian" werden auf den Bahamas noch immer viele Menschen vermisst. UN-Generalsekretär Guterres zeigt sich schockiert vom Ausmaß der Zerstörung durch einen Sturm der "Kategorie Hölle".

Nassau/Miami (dpa) - Nach seinem Besuch auf der vom Hurrikan "Dorian" zerstörten Insel Abaco hat UN-Generalsekretär António Guterres mehr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel gefordert.

"Wir müssen den gegenwärtigen Trend stoppen, bei dem sich das Klima schneller ändert als wir", sagte er auf den Bahamas. "Länder wie die Bahamas, die nicht zum Klimawandel beitragen, aber die zerstörerischen Konsequenzen spüren, haben außerdem mehr internationale Unterstützung verdient."

Vor zwei Wochen war "Dorian" als Hurrikan der gefährlichsten Kategorie auf die nördlichen Inseln der Bahamas in der Karibik getroffen und hatte dort verheerende Schäden hinterlassen. Mehr als 13.000 Häuser wurden nach Angaben des Roten Kreuzes beschädigt oder ganz zerstört, mindestens 50 Menschen getötet. Mehr als 1000 Einwohner werden immer noch vermisst.

"Ich komme gerade von Abaco zurück. Ich muss sagen, ich bin schockiert. Ich habe noch nie so eine Art von Zerstörung gesehen", sagte Guterres. ""Dorian" war als Hurrikan der Kategorie fünf eingestuft. Ich finde, es war eher Kategorie Hölle."

Unterdessen wurde der niederländisch-deutsche Hilfseinsatz auf den Bahamas um zwei Tage verlängert. Der Hubschraubträger "Johan de Witt" und seine Besatzung sollten nun bis zum 20. September in dem Gebiet bleiben, sagte Marinesprecher Johannes Dumrese der Deutschen Presse-Agentur. An Bord des niederländischen Schiffes sind auch 50 deutsche Soldaten.

Die Marine sei am Land im Einsatz, um Zelte aufzubauen und ein Gelände dafür vorzubereiten, sagte Dumrese. "Es werden Wasser und Lebensmittel an Land gebracht", sagte er. Ein deutscher Arzt sei bei Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Betriebs eines lokalen Krankenhauses dabei gewesen. Am Strand gebe es Taucheinsätze, um zu prüfen, ob das Gelände geeignet sei Fahrzeuge anzulanden. Leider habe sich das Wetter wieder verschlechtert. "Man ist noch mittendrin in der Hurrikan-Saison", sagte er.

Allerdings blieben die Bahamas am Wochenende von einem weiteren Tropensturm weitgehend verschont. "Humberto" zog mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 Kilometern pro Stunde nördlich an der Inselgruppe vorbei. Der Sturm dürfte nun parallel zum US-Bundesstaat Florida nach Norden ziehen, teilte das US-Hurrikanzentrum mit.

Es wurde damit gerechnet, dass "Humberto" weiter an Kraft zulegt und Hurrikan-Stärke erreicht. An der Küsten von Florida und North Carolina könne es zu hohen Wellen und gefährlichen Strömungen kommen, warnten die Meteorologen des Hurrikanzentrums. Im Laufe der kommenden Tage dürfte "Humberto" dann nach Osten abdrehen und in den offenen Atlantik hinausziehen.

Vorhersage US-Hurrikanzentrum

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