Spekulationen über Blutbad am Frankfurter Flughafen

Frankfurt/Main - Über die Hintergründe des Blutbades am Frankfurter Flughafen wird weiter spekuliert. Zwei US-Soldaten waren am Donnerstag erschossen worden, zwei weitere wurden lebensgefährlich verletzt.

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Zwei US-Soldaten waren am Mittwoch erschossen, zwei weitere lebensbedrohlich verletzt worden. Die beiden Männer mussten notoperiert werden, nachdem ein 21 Jahre alter Kosovare die amerikanischen Militärpolizisten in einem Bus am größten deutschen Flughafen angegriffen und neun Schüsse aus einer Pistole abgegeben hatte.

Vermutungen, wonach der Mann Komplizen gehabt oder aus politischen Motiven gehandelt habe, bestätigte die Polizei nicht. “Wir gehen von einem Einzeltäter aus“, sagte Polizeisprecher Jürgen Linker am Mittwochabend. Der 21-Jährige wurde kurz nach den Schüssen von Bundespolizisten festgenommen und in Frankfurt verhört. Auch die Nacht verbrachte er in Polizeigewahrsam in der hessischen Metropole.

Tödliche Schießerei am Frankfurter Flughafen

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Ob er sich schon zu seinen Motiven äußerte, blieb auch am frühen Donnerstagmorgen unklar. Die Frankfurter Polizei bildete eine Sonderkommission - auch US-Behörden seien in die Ermittlungen einbezogen, sagte Polizeisprecher Linker. Das hessische Landeskriminalamt unterstütze die Ermittler bei der Spurensicherung.

Die Leichen der beiden getöteten Soldaten wurden zur Obduktion in die Gerichtsmedizin gebracht. Die Polizei stellte auch den Militärbus sicher und kündigte an, ihn auf weitere Spuren abzusuchen. Die beiden Schwerverletzten kamen ins Krankenhaus und werden dort behandelt. Der Zustand eines der Männer sei kritisch, hieß es in der Nacht. Die Männer wurden von Kugeln im Kopf und in der Brust getroffen.

Der in Frankfurt wohnhafte Kosovare hatte am Mittwoch vor dem Terminal 2 am Frankfurter Flughafen einen Bus mit mehreren Soldaten der US-Luftwaffe angegriffen. Die rund ein Dutzend Männer waren auf dem Weg von ihrem Stützpunkt in England über Ramstein in Rheinland-Pfalz nach Afghanistan oder in den Irak. Sie gehören der Militärpolizei (Security Forces) der Luftwaffe an und waren zuvor in Lakenheath - rund 100 Kilometer von London - stationiert.

dpa

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