20 Objekte im Visier

Große Razzia: Schmiergeld-Verdacht gegen Berliner Polizisten 

Im Zusammenhang mit Korruptionsermittelungen im Drogenmilieu sind in Berlin am Freitag drei Beschuldigte, darunter ein Polizeibeamter, festgenommen worden.

Berlin - Ermittler des Berliner Landeskriminalamts (LKA) sind am Freitagmorgen gegen einen Ring von Drogenhändlern und einen mutmaßlich korrupten Polizeibeamten vorgegangen. Der Polizist (39) sei verdächtig, vier mit Betäubungsmitteln handelnde Gaststättenbetreiber gegen Bezahlung vor möglichen Kontrollen gewarnt zu haben, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit. Der Beamte und zwei weitere Verdächtige seien verhaftet und insgesamt 14 Objekte durchsucht worden.

Seit dem Frühjahr 2016 soll der Beamte regelmäßig Geldbeträge in Höhe von bis zu 3000 Euro von den vier Männern im Alter von 44 bis 51 Jahren erhalten haben. Im Gegenzug soll er in mindestens acht Fällen seine Geldgeber gewarnt haben, wenn die Gaststätten im Stadtteil Wedding durch Polizei, Zoll, Steuerfahnder oder das Bezirksamt kontrolliert werden sollten.

Ferner soll der Polizist den Drogenhändlern gegen Bezahlung den Lagerraum eines von ihm geleiteten Pokerklubs in Berlin-Pankow zur Verfügung gestellt haben. Er wird deshalb der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit, des Geheimnisverrats und der Beteiligung am Drogenhandel beschuldigt. Die vier anderen Verdächtigen sind des Drogenhandels, der gewerbsmäßigen Bestechung und der Anstiftung zum Geheimnisverrat beschuldigt.

Polizei beschlagnahmt 55.000 Euro

Bei ihren Durchsuchungen beschlagnahmten die etwa 50 beteiligten Polizisten Vermögenswerte von insgesamt mehr als 55.000 Euro. Der kommissarische Leiter der Berliner Polizei, Michael Krömer, erklärte: „Es versteht sich von selbst, dass wir die Staatsanwaltschaft Berlin bei ihren Ermittlungen vollumfänglich unterstützen sowie alle weiteren erforderlichen Schritte prüfen und einleiten."

Die Berliner Polizei war im vergangenen Jahr wegen angeblicher Unterwanderungsversuche der Behörde durch kriminelle arabische Großfamilien in die Schlagzeilen geraten. Wie die Berliner Zeitung "B.Z." am Freitag berichtete, handelt es sich bei dem mutmaßlich korrupten Beamten um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund. Die festgenommenen Gaststättenbetreiber seien türkischer Herkunft.

Am Freitag hieß es, dass es am Morgen Durchsuchungen gegeben habe, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Diese dauerten noch an.

Die Onlineausgabe der Zeitung "Die Welt" berichtete, mehreren Beamten werde vorgeworfen, von Kriminellen Schmiergelder angenommen zu haben. Demnach sollen Beamte des Landeskriminalamts am Morgen 20 Objekte durchsucht durchsucht haben. Wegen der Bewaffnung der Beschuldigten seien Spezialkräfte im Einsatz gewesen.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin bestätigte via Twitter die Ermittlungen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Paul Zinken

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