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Familie findet Schildkröte nach 30 Jahren auf dem Dachboden - gesund und munter

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Von: Ulrike Hagen

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Was für ein Dachboden-Fund: Beim Entrümpeln findet eine Familie ihre seit 1982 vermisste Schildkröte wieder. Sie überlebte 30 Jahre in einer Kiste.

Rio de Janeiro/Brasilien – Schildkröten sind dafür bekannt, dass sie zäh sind – und ein sehr hohes Alter erreichen können, wenn auch nicht in ganz so biblischen Dimensionen wie ein außergewöhnliches Meerestier. Forscher entdeckten den ältesten Hai der Welt: Er ist 400 Jahre alt – und fit. Doch auch die Geschichte von „Manuela“, die im letzten Jahrtausend verloren ging und sage und schreibe 30 Jahre in Brasilien auf einem Dachboden überlebte, ist kaum zu glauben.

Stadt in Brasilien:Rio de Janeiro
Fläche:1.200 km²
Gegründet:1. März 1565
Bevölkerung:6,748 Millionen

Vermisste Schildkröte taucht nach 30 Jahren auf dem Dachboden auf – gesund und munter

Es war im Jahr 1982, als Manuela, die Rotfuß-Hausschildkröte der Familie De Almeida, auf mysteriöse Weise verschwand. Dem heißgeliebten Panzertier war es irgendwie gelungen, sich unbemerkt auf die Wanderschaft zu machen. Die Familie nimmt an, dass sie entkam, nachdem Bauarbeiter die Tür ihres Hauses in einem Vorort von Rio de Janeiro offen stehen gelassen hatten. Vor allem die damals achtjährige Mutter von Nathalya de Almeida war untröstlich. Doch trotz groß angelegter Suche blieb das Tier verschwunden.

Die Schildkröte Manuela überlebte 30 Jahre lang auf einem Dachboden. Die Familie ist überglücklich, dass es ihr gut geht.
Die Schildkröte Manuela überlebte 30 Jahre lang auf einem Dachboden. Die Familie ist überglücklich, dass es ihr gut geht. © TV Globo

Schildkröte Manuela verschwindet – und überlebt 30 Jahre in einer Schachtel auf dem Dachboden

Dann, 30 Jahre später – im Jahr 2013 – kam die Familie im Elternhaus von Nathalyas Mutter zusammen, um die Besitztümer von Almeidas Großvater zu sortieren, der verstorben war. Er hinterließ einen vollgestopften Dachboden – und als der Raum entrümpelt wurde, fand sich vieles, was auf der Straße landete, um vom Sperrmüll abgeholt zu werden. Darunter auch eine alte Holzkiste. Doch dann geschah etwas, das sich unglaublich anhört, genau wie die Geschichte einer Artgenossin: Eine Schildkröte adoptierte nämlich ein verwaistes Nilpferd-Baby.

Beim Entrümpeln des Dachbodens taucht Manuela plötzlich wieder auf: „Wir waren schockiert!“

In einem Interview mit „Globo“, einem lokalen Nachrichtensender, erzählt Leandro de Almeida: „Ich stellte die Kiste auf den Bürgersteig, damit die Müllmänner sie einsammeln konnten, und ein Nachbar meinte: ‚Du wirfst doch nicht auch noch die Schildkröte weg, oder?‘ Ich schaute hinein und sah sie. In diesem Moment wurde ich blass – ich konnte einfach nicht glauben, was ich da sah.“

„Niemand kann verstehen, wie sie es geschafft hat, 30 Jahre darin zu überleben!“

In der Schachtel, die er wegwarf, befanden sich ein alter Plattenspieler und: die jahrzehntelang vermisste Schildkröte! Lenita, die Schwester von Leandro, berichtet: „Wir freuten uns alle, dass Manuela wieder da ist“ und fügt hinzu: „Aber niemand kann verstehen, wie sie es geschafft hat, 30 Jahre lang da drin zu überleben – es ist einfach unglaublich.“ „Wir waren schockiert!“, erzählt auch Nathalya de Almeida gegenüber „The Dodo“, „Meine Mutter kam weinend an, weil sie es nicht glauben konnte. Sie haben Manuela gefunden!“

Tierarzt vermutet: Schildkröte ernährte sich von Termiten und Kondenswasser

Jefferson Peres, ein in Rio ansässiger Tierarzt, erklärt, dass Rotfußschildkröten in der Lage sind, 2 bis 3 Jahre lang nichts zu essen. Er glaubt, dass Manuela überlebt hat, indem sie einfach Termiten und Insekten gefressen und Kondenswasser geleckt hat. Jetzt, fast 10 Jahre, nachdem sie gefunden wurde, und 40 Jahre, nachdem sie „verloren“ ging, geht es Manuela blendend wie nie, berichtet kreiszeitung.de. Seit sie als Schildkrötenjunge identifiziert wurde, heißt sie allerdings Manuel.

Schildkröte Manuela heißt inzwischen Manuel – das Tier ist ein Männchen

Nathalya de Almeida kümmert sich seit dem Fund in der Kiste um das Panzertier: „Manuel geht es großartig. Er ist sehr gewachsen“, sagt sie: „Ich habe ihn zu mir geholt, weil ich ihn sehr lieb habe.“ Auch Almeidas Mutter hat die Schildkröte nie aus ihrem Herzen gestrichen. „Sie besucht ihn wöchentlich“, so Almeida. „Sie füttert ihn, streichelt ihn und küsst ihn. Er ist ein Teil unserer Familie. Er ist einer von uns.“ Ebenso wie der Hund, der Ersatz-Papa für „sein“ Baby wird – und sich rührend kümmert, ist Manuel ein zweites Mal zum unverzichtbaren Familienmitglied geworden.

Weniger erfreulich war der tierische Fund in Hagen (NRW): Ein Wildschwein sorgt für Chaos in einer Wohnung - und macht es sich dann auf dem Sofa bequem.

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