Raser vor Gericht

Prozess wirft Schlaglicht auf "Autoposer"

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Der Angeklagte soll mit mindestens 86 Stundenkilometern durch eine Tempo-30-Zone gefahren sein. Foto: R.Priebe/Pr-Video

Vor einem Jahr sorgt in Mannheim ein Verkehrsunfall für Schlagzeilen. Ein sogenannter Autoposer ohne Führerschein prallt mit einem Sportwagen gegen Autos und ein Haus. Nun beginnt die juristische Aufarbeitung des Falls.

Mannheim (dpa) - Er soll nachts ohne Führerschein durch Mannheim gerast sein und mit seinem 400 PS starken Sportwagen fünf Autos gerammt haben - deswegen steht ein sogenannter Autoposer seit heute vor Gericht.

Bei der Karambolage, die ein Trümmerfeld mit drei Totalschäden hinterließ, war ein Mann an der Halswirbelsäule verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen wegen der Unfallserie im Januar 2017 Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs vor (27 Ds 504 Js 3134/17).

Der polizeibekannte Angeklagte soll mit mindestens 86 Stundenkilometern durch eine Tempo-30-Zone gefahren sein. Zum Prozessauftakt räumte er die Tat ein und entschuldigte sich. Im März 2017 war er erneut ohne Führerschein erwischt worden. Die Anklage wirft dem Mann aus Heidelberg deswegen auch vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis vor. Diesen Fall bestritt der Angeklagte am Donnerstag.

Die Verhandlung im Amtsgericht Mannheim wirft ein Schlaglicht auf die sogenannte Poser-Szene - damit bezeichnen die Behörden Autobesitzer, die mit aufheulenden Motoren an belebten Plätzen vorbeifahren, um mit ihren meist getunten Wagen zu posieren.

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