Prozess nach Schlafwagenbrand: Bahn angeklagt

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Ein ausgebrannter Schlafwagen der Deutschen Bahn steht am 06.11.2002 auf dem Rangierbahnhof bei Nancy. In dem Nachtzug von Paris nach München war nahe der ostfranzösischen Stadt Nancy ein Feuer ausgebrochen.

Paris - Die Deutsche Bahn und ein deutscher Zugbegleiter stehen seit Montag wegen eines Schlafwagenbrandes mit zwölf Toten vor gut acht Jahren im französischen Nancy vor Gericht.  Die Vorwürfe:

Sie müssen sich gemeinsam mit der französischen Bahn SNCF wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Bahn werden Sicherheitsmängel an dem Schlafwagen vorgeworfen. Kurz nach Prozessbeginn forderte die SNCF vergeblich die Einstellung des Verfahrens wegen formaler Fehler.

Im Nachtzug Paris-München war im November 2002 ein Feuer ausgebrochen, weil der Zugbegleiter Volker J. eine Tasche auf einer eingeschalteten Herdplatte abgestellt hatte. Unter den Toten waren auch drei Deutsche sowie eine fünfköpfige amerikanische Familie.

Der Schlafwagen war verriegelt gewesen - was die Rettung erschwerte, aber damals in deutschen Zügen üblich war. Die Bahn weist die Vorwürfe zurück und will auf Freispruch plädieren. “Die DB weist darauf hin, dass der Schlafwagen den gültigen Normen und Regelungen entsprochen hat und vom Eisenbahn-Bundesamt zugelassen war“, heißt es in einer am Montag verbreiteten Stellungnahme. Er sei zwei Tage vor dem Unglück zuletzt technisch überprüft worden.

dpa

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