Leichenfund in Esslingen

Tragisches Unglück: Ganze Familie stirbt wegen Gasaustritt - es gibt neue Erkenntnisse 

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Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und Polizei stehen vor einem Haus, in dem mehrere Tote gefunden wurden.

Bei einem Unglücksfall mit tödlichem Kohlenmonoxid-Gas in einem Haus im baden-württembergischen Esslingen sind vier Menschen ums Leben gekommen.

Update 07.02: Die Obduktion der Leichen hat ergeben, dass die in Esslingen tot in ihrer Wohnung gefundene Familie an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sind. Das teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Mittwoch mit. Zuvor hatte bereits alles auf diese Todesursache hingedeutet. Vieles spreche dafür, dass das farb- und geruchslose Gas womöglich an der Heizungsanlage des Hauses ausgetreten sein könnte, hieß es bei der Polizei.

Der giftige Stoff entsteht beim Verbrennen von Kohle oder Gas und führt zu Bewusstlosigkeit und zum Erstickungstod. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Die beiden 29 Jahre alten Eltern und ihre drei und vier Jahre alten Kinder wurden von Angehörigen am Montagmittag durch ein Fenster leblos entdeckt.

Esslingen - Ein tragisches Kohlenmonoxid-Unglück hat am Montag vermutlich einer Familie aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern das Leben gekostet. Nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei, handelt es sich bei den Toten um eine Familie im Alter von drei, vier und zwei mal 29 Jahren, so eine Mitteilung der Polizei."Wir gehen im Moment von einem Unglücksfall aus", betonte ein Sprecher der Polizei in Reutlingen.

„Die Toten wurden gegen 12 Uhr von einem Angehörigen aufgefunden, nachdem auf Klopfen und Klingeln nicht reagiert wurde“, heißt es von der Polizei weiter. 

Die Untersuchungen hätten aber gerade erst begonnen. Für den Nachmittag wurde eine Pressekonferenz angekündigt. Inzwischen hätten Kriminaltechniker das Haus betreten können. Aufgrund der stark erhöhten Konzentration von Kohlenmonoxid in dem Gebäude war dies nach Angaben der Beamten zunächst noch nicht möglich gewesen.

"Wir gehen derzeit von vier Toten aus", sagte der Sprecher der Polizei. Weitere Angaben zu dem Vorfall machte er zunächst nicht. Wie die Beamten auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter weiter mitteilten, lief an dem Haus in der Stadt bei Stuttgart ein Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst, die Einsatzkräfte führten Messungen durch.

Wie es zu dieser überhöhten Gas-Konzentration kommen konnte, sei noch unklar, sagte der Sprecher. Er sprach zuvor von einem „Unglück mit mehreren Toten“. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Derzeit sei noch nicht klar, wie die Menschen zu Tode kamen.

Immer wieder kommt es zu Unglücken mit Kohlenmonoxid. Erst im Januar hatte sich eine Familie in Ludwigsburg beim Heizen damit vergiftet.

Das sehr giftige Kohlenmonoxid (CO) ist ein brennbares, farb- und geruchloses Gas. Es entsteht unter anderem, wenn Materialien wie Holz, Kohle oder Gas ohne genügend Sauerstoff verbrennen, etwa in geschlossenen Räumen oder bei defekten Heizanlagen. Auch bei der Lagerung von Holzpellets kann CO entstehen.

Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Kohlenmonoxid blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit - und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod.

dpa/afp/va

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