Er verging sich an Jungen

Pädophiler Priester als berufsunfähig verrentet

Minneapolis - Ein pädophiler Priester, der sich mehrfach an Jungen vergangen hat, bezieht seit Jahren Berufsunfähigkeits-Rente. Das Erzbistum findet das gerechtfertigt und nennt als Grund "christliche Nächstenliebe".

Ein wegen Missbrauchs verurteilter US-Priester soll aufgrund seiner pädophilen Neigung seit Jahren eine Berufsunfähigkeitsrente seines Bistums beziehen. Das berichtete die Zeitung „Star Tribune“ (Onlineausgabe Sonntag) unter Berufung auf eigene Recherchen. Demnach wurde der heute 62-jährige Geistliche, der bereits 1983 wegen sexueller Vergehen an Minderjährigen aus dem Dienst entfernt wurde und inzwischen als Berater für Führungskräfte arbeitet, im Juli 2006 vom Erzbistum St. Paul and Minneapolis als berufsunfähig mit entsprechenden Versorgungsrechten eingestuft. Das Erzbistum habe dies bestätigt und gerechtfertigt.

Dem Bericht zufolge hatte der Priester zwischen 1977 und 1982 mehrere Jungen missbraucht. Ein Gericht habe ihn neben anderen Sanktionen zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, von denen er viereinhalb verbüßte. Bis 2002 sei er als Geistlicher in einem Frauenkloster eingesetzt worden. Dann verabschiedeten die US-Bischöfe eine Null-Toleranz-Linie. Der Priester wurde daraufhin laut der Zeitung vom Vatikan dienstenthoben. Die Kirche habe ihn bei einer Therapie und einem beruflichen Neuanfang unterstützt.

Das Erzbistum bestätigte nach Angaben der Zeitung, dass der Ex-Seelsorger „dauerhaft und vollständig berufsunfähig“ sei und Versorgungsansprüche aus der Pensionskasse für Priester habe. Dies sei ein Gebot des Kirchenrechts und der „christlichen Nächstenliebe“. In welchem Umfang pädophile Geistliche derartige Zuwendungen erhielten, wollte das Erzbistum laut „Star Tribune“ nicht offenlegen. Der betreffende Priester habe eine Stellungnahme abgelehnt.

kna

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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