Unser Mond schrumpft

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Im wahrsten Sinne des Wortes: "Unser Mond nimmt ab."

Münster - Unser Mond schrumpft! Diese erstaunliche Entdeckung haben Wissenschaftler gemacht. Sie vermuten auch die Ursache gefunden zu haben.

Der Radius des Mondes ist in den vergangenen eine Milliarde Jahren um etwa 100 Meter geschrumpft. Das sei vermutlich auf die generelle Abkühlung des Erdtrabanten zurückzuführen, berichtet ein internationales Forscherteam im US-Fachjournal “Science“. Das Team wertete mehrere tausend Fotos von der Mondoberfläche aus und konnte so Spuren des Schrumpfvorgangs auf der Mondkruste entdecken.

Grund für die Verkleinerung ist scheinbar die Abkühlung des Erdbegleiters. Die Forscher um Thomas Watters von der Smithsonian Institution in Washington analysierten Aufnahmen verschiedener Apollo-Missionen und der vor einem Jahr gestarteten Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter, die den Trabanten kartiert. Dabei bemerkten die Forscher zahlreiche gewundene Steilhänge, die offenbar über die gesamte Oberfläche verteilt sind. “Diese relativ jungen, global verteilten Verwerfungen zeigen eine junge Kontraktion des gesamten Mondes, wahrscheinlich als Folge der Abkühlung im Innern“, sagt Watters.

An dem Projekt waren auch zwei Wissenschaftler aus Münster beteiligt. Dabei sei entscheidend, dass der Mond nur eine einzige Platte besitze, erklärte Carolyn van der Bogert von der Universität Münster: “Auf der Erde gibt es viele Platten, die sich gegeneinander verschieben, sich neu bilden und auch zerstört werden.“ Durch diese Plattentektonik sei es auf der Erde unmöglich, das Schrumpfen des gesamten Planeten zu studieren.

Die untersuchten Mondfotos sind Teil einer Mission, mit der Forscher die gesamte Mondoberfläche kartieren und nach Spuren von Eis suchen.

Der Erdbegleiter entstand vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Vermutlich kollidierte damals ein Mars-großer Himmelskörper mit der Erde. Der Durchmesser des Trabanten beträgt knapp 3.500 Kilometer.

dapd/dpa

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