Konzern reagiert

Skandal bei der Lufthansa: „Entwürdigende Aufnahmerituale“ sorgen für Empörung

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Der Skandal rund um die Lufthansa sorgt für Empörung. Nun reagiert der Konzern auf Vorwürfe wegen entwürdigender Aufnahmerituale in Bremen.

Der Skandal rund um die Lufthansa sorgt für Empörung. Nun reagiert der Konzern auf Vorwürfe wegen entwürdigender Aufnahmerituale in Bremen.

An der Bremer Lufthansa-Pilotenschule werden laut einem Pressebericht bereits seit Jahren demütigende Aufnahmerituale praktiziert. Ein Sprecher der Lufthansa Aviation Training GmbH, zu der die Bremer Verkehrsfliegerschule gehört, kommentierte den Report des „SZ-Magazins“ mit den Worten: „Wir nehmen die darin geschilderten Ereignisse sehr ernst.“

Das Wochenmagazin der Süddeutschen Zeitung hatte jüngst über verschiedene Aufnahmerituale der vergangenen Jahre berichtet. Demnach sollten neue Pilotenschüler der Lufthansa zum Beispiel vor 150 Leuten „dreckige Witze“ erzählen. Dabei sei ihnen immer wieder Bier in den Nacken geschüttet worden. Wenn niemand gelacht habe, habe die Menge gerufen: „Keiner von uns!“. Ein „Drill-Sergeant“ habe Liegestütze befohlen. Wer nicht schnell genug gewesen sei, den habe die Menge als „Schwuchtel“ oder „Kameradenschwein“ beschimpft.

Lufthansa-Pilotenschule in Bremen: Schüler brach zusammen

Die Neulinge hätten auch Bier auf Ex trinken müssen und seien immer wieder mit Kronkorken zum Aufsammeln überschüttet worden.

Bei einem besonders anstrengenden Spiel sei ein Teilnehmer zusammengebrochen und in die Notaufnahme gebracht worden.

Das SZ-Magazin berichtete auch von T-Shirts für die Neuen, die „mit Penissen, Brüsten und derben Sprüchen“ bemalt worden seien. Einmal hätten die angehenden Piloten in Ballettröckchen gegeneinander als Tänzer antreten müssen: „Benedict Schwanz gegen den Penisschwitzer“.

Dem Bericht zufolge werden die Rituale jeweils vom nächst älteren Lufthansa-Ausbildungskur s organisiert. Wer sich verweigere, werde gemobbt. Die wenigen Frauen würden teilweise „am eifrigsten mitmachen“. Am Ende gebe es einen „feierlichen Schwur“, der zum Stillschweigen verpflichte.

Lufthansa: Unwürdige Szenen auch in den USA?

Auch bei einer Ausbildungsphase in den USA soll es zu unwürdigen Szenen gekommen sein. Ein ehemaliger Lufthansa-Flugschüler berichtete, dass er bereits vor etwa 30 Jahren in Phoenix nach seinem ersten Soloflug in einen Pool geworfen worden sei. „Danach wurde einem ordentlich der Hintern versohlt.“

Der Sprecher der Lufthansa-Ausbildungsgesellschaft berichtete auf FR-Anfrage, das Unternehmen habe „noch keine gesicherten eigenen Informationen“ über die Vorgänge. „Zur Klärung der Geschehnisse haben wir interne Untersuchungen aufgenommen, bevor wir entsprechende Maßnahmen ergreifen werden.“ Die Aufarbeitung sei in vollem Gang; erste Meetings mit Schul-Mitarbeitern und Flugschülern hätten stattgefunden. „Wir wollen sehr gründlich vorgehen, insofern ist es noch zu früh für Ergebnisse oder konkrete Maßnahmen.“

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Piloten im Cockpit die ganze Zeit machen? Die Antwort könnte anders ausfallen, als Sie erwartet haben.

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