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In Brief an Himmel wünscht sich Junge neuen Vogel – Postbote wird zum Engel

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Von: Yannick Hanke

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Als der Vogel eines 11-Jährigen stirbt, schreibt er einen Wunschbrief an den Himmel: Er wünscht sich sehnlichst einen neuen. Da wird ein Postbote zum Engel.

Grafschaft Kent (England) – Für Alfie Whitehouse war die Welt nicht mehr dieselbe. Sein Haustier, der Wellensittich Milly, hatte das Zeitliche gesegnet. Verständlicherweise stürzte der 11-Jährige ins Tal der Tränen. Doch sollte die Stimmung des Jungen schnell wieder ins Positive umschlagen. Den von seinem Schicksalsschlag hatten andere Menschen Wind bekommen – und wussten prompt zu helfen. Wie auch ein komplettes Polizeirevier, das eine einsame Straßenkatze mitsamt ihrer Babys adoptierte.

Vögel:Papageien
Wissenschaftlicher Name:Psittaciformes
Gelegegröße:Hyazinth-Ara: 1 – 4
Klasse:Vögel (Aves)
Ordnung:Papageien
Lebenserwartung:Kakadus: 40 – 60 Jahre, Kakapo: 40 – 80 Jahre, Hyazinth-Ara: 50 Jahre

Nach Tod von Wellensittich schreibt Jungen an den „Himmel“ – und bekommt Papagei geschenkt

Denn Postbote Billy Freshwater erfuhr vom großen Schmerz, den Alfie Whitehouse nach dem Tod seines Haustiers empfand. Der 11-Jährige hatte zuvor einen Brief an den „Himmel“ geschrieben, schnell wusste die Nachbarschaft über die für den Jungen beklemmende Situation Bescheid, wie kreiszeitung.de berichtet.

Über die sozialen Medien startete Postbote Billy Freshwater einen Aufruf. Er bat darum, Spenden zu sammeln und dem 11-Jährigen zu helfen. Ihm ging der Verlust seines Wellensittichs nämlich sehr nah. Wie „The Sun“ berichtet, hätten die Eltern von Alfie Whitehouse einiges über dessen schwere Kindheit erzählt. Im Alter von acht Jahren sei bei ihrem Sohn ADHS diagnostiziert worden, am Verlust seines heißgeliebten Wellensittichs hatte der 11-Jährige schwer zu knabbern. So eine enge Bindung zu Tieren kennt man sonst nur vom Security-Mann aus Glasgow, der einen Hund bei strömenden Regen selbstlos schützt.

Postbote stößt auf Brief von todtraurigen Jungen – und ruft Spendenaktion ins Leben

Nach dem Verlust seines gefiederten Freundes entschloss sich Alfie Whitehouse dazu, den eingangs erwähnten Brief an den „Himmel“ zu schreiben. Eine Art von Trauerbewältigung, aber auch mit dem Wunsch verbunden, hoffentlich ein neues Haustier zu erhalten. Kaum war der Brief im Briefkasten eingeworfen, schon stieß Postbote Billy Freshwater auf das spezielle Schreiben.

Darüber informierte der Postbote zwei seiner Kollegen, dann kam eines zum anderen. Der Brief wurde auf Facebook geteilt, in der Hoffnung, dass Alfie oder seine Eltern sich direkt melden würden. Aber auch, um die Einwohner der Grafschaft Kent zusammenzutrommeln und davon zu überzeugen, dem 11-Jährigen zu helfen.

11-Jähriger bekommt neuen Vogel geschenkt – Papagei Stanley macht Alfie Whitehouse glücklich

Tatsächlich konnte einer der Kollegen des Postboten die Mutter vom kleinen Jungen kontaktieren. Daraufhin wurde auch schon eine Spendenseite eingerichtet, um möglichst viel Geld zu sammeln und Alfie Whitehouse mit einem neuen Vogel überraschen zu können. Doch musste nicht einmal genug Geld gesammelt werden, um den frommen Wunsch wahr werden zu lassen.

Denn auf den Spendenaufruf meldete sich auch Stephen Platt vom Bestattungsunternehmen „Palliser Platt and Sons“. Er wollte wissen, ob der kleine Alfie den Papagei Stanley seiner verstorbenen Mutter haben möchte. Platt kaufte sogar einen neuen Käfig für den Papageien, in der örtliche Zoohandlung gab es einen satten Rabatt, nachdem man von der Spendenaktion erfahren hatte.

„Überwältigt von allem“: Eltern von kleinem Junge sind überglücklich über dessen neuen Freund

Die Familie des 11-Jährigen sei wegen der Großzügigkeit der Nachbarschaft „einfach so überwältigt von allem“ gewesen. Ihr Sohn würde zwar verstehen, dass er seinen neuen Vogel geschenkt bekommen hat, aber eben nicht genau warum. Der Junge sei aber auf jeden Fall sehr dankbar gewesen. Dankbar, wie wohl auch der einsame Welpe, der einem Pärchen nach Hause folgte und nun eine neue Familie hat.

Er verbringt jetzt seine ganze Zeit mit Stanley. Er sitzt jeden Abend etwa eine Stunde bei ihm und liest ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor.

Zoe Springate, Mutter vom elfjährigen Alfie Whitehouse, über die enge Bindung ihres Sohnes mit dem Papagei Stanley

Jetzt hätte ihr Sohn endlich einen Freund zurück. „Es ist zwar nicht der Freund, den er vorher hatte. Aber er hat jetzt einen anderen Freund“, heißt es von der begeisterten Mutter Zoe Springate im Gespräch mit „The Sun“. Generell zeigen sich die Eltern des 11-Jährigen überglücklich. „Es ist herzerwärmender als alles andere. Es gibt einige wirklich freundliche Menschen auf dieser Insel“, kann sich auch Clinton Whitehouse, der Vater vom kleinen Alfie, nur von ganzem Herzen bedanken.

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