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Bald könnten Reisen in Europa wieder uneingeschränkt möglich sein – mit Impfzertifikat

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Von: Julian Baumann

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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg waren Reisen ins Ausland lange Zeit nahezu unmöglich. Ein EU-Gesetz macht nun Hoffnung für den Sommer - das ist jedoch an Bedingungen geknüpft.

Stuttgart/Brüssel - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden Württemberg (BW24* berichtete) ist noch immer sehr ernst. Im Südwesten liegt die 7-Tage-Inzidenz bei über 180 (Stand 2. Mai) und statt Lockerungen werden die Maßnahmen immer weiter verschärft. Die bereits im Dezember 2020 gestarteten Impfungen in Baden-Württemberg und Stuttgart* sind jedoch ein Hoffnungsschimmer. Allein im Südwesten haben bereits rund 2,4 Millionen Menschen die Erstimpfung erhalten und rund 823.000 sind vollständig geimpft. Für vollständig Geimpfte soll es schon bald deutliche Freiheiten geben*. Dass Geimpfte in der Corona-Pandemie deutliche Vorteile gegenüber den noch nicht geimpften Bürgern erhalten sollen, traf im Vorfeld des Impfgipfels in Brüssel auf deutliche Kritik.

Trotz der anhaltenden Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Europa soll der Impfpass, auch „Impfzertifikat“ genannt, wieder Reisen innerhalb Europas ermöglichen - und das ohne Benachteiligung der Nicht-Geimpften, wie die Tagesschau berichtet.

Impfzertifikat: Drei Informationen könnten wieder Europa-Reisen ermöglichen

Aufgrund der starken Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* und der ganzen Welt ist das Reisen in andere Länder seit über einem Jahr stark eingeschränkt. Durch den digitalen Impfpass sollen ab Juni jedoch auch wieder Reisen in beliebte Ausflugsziele wie Italien oder Spanien möglich gemacht werden. Die Bundesregierung nannte bereits den Zeitpunkt, ab wann Reisen im Inland wieder möglich sein sollen*. Das Europaparlament stimmte am 28. April einheitlich für die Einführung des digitalen Impfzertifikats, wie die Tagesschau berichtet. Das auch als „grüner EU-Pass“ bekannte Zertifikat soll Geimpften, Genesenen und auch negativ Getesteten eine teilweise Befreiung der Maßnahmen erlauben.

Das Impfzertifikat soll laut dem Entscheid des Europaparlamentes sowohl digital als auch in Papierform zugänglich gemacht werden. Darin vermerkt werden die Impfungen, überstandene Covid-Erkrankungen und auch aktuelle Testergebnisse. Demnach können auch Personen mit einem negativen Testergebnis, die noch nicht vollständig oder überhaupt nicht geimpft ist, von der Regelung profitieren.

Der Ruf nach kostenlosen Corona-Tests, um diese Strategie umzusetzen, stieß laut der Tagesschau jedoch auf Kritik. EU-Justizkommissar Didier Reynders habe der fraktionsübergreifenden Forderung bereits am vergangenen Mittwoch im Plenum eine Absage erteilt. Corona-Tests sollten zwar erschwinglich sein, die Frage nach der Rückerstattung der Kosten liege jedoch bei den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die Verhandlungen mit den europäischen Staaten könnte nun eine besondere Hürde werden.

Gesetzesentwurf deutlich abgeändert: Verhandlungen schwierig - Bundesregierung unentschlossen

Bei dem Impfgipfel in Brüssel wurde der zuvor eingereichte Gesetzesentwurf für das europaweite Impfzertifikat deutlich abgeändert, wie die Tagesschau berichtet. Dies könne nun zu deutlichen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten führen. Das Europaparlament fordert, dass Geimpfte oder negativ Getestete bei einem Grenzübergang innerhalb Europas keine Quarantäne- oder Testpflicht mehr einhalten müssen. Mehrere Mitgliedstaaten stellten sich allerdings gegen diese Forderung und lehnten Impfungen mit Wirkstoffen ohne EU-Zulassung als Nachweis für die Befreiung von geltenden Maßnahmen ab. Ob auch Bürger im Südwesten, die gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft sind oder einen negativen Test vorweisen können, ab Juni wieder europaweit Reisen dürfen, hängt demnach von der letztendlichen Entscheidung ab.

Das Europaparlament in Brüssel hat seine Position für die anstehenden Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaten in Bezug auf das Impfzertifikat festgelegt. Das Zertifikat und eine europaweite Einigung sei ein wichtiger Schritt zum freien und sicheren Reisen in diesem Sommer, schrieb Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter. Die Bundesregierung hat sich bislang allerdings noch nicht endgültig festgelegt. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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