Hier kippt ein Spezialbagger Kies in den Riesen-Krater

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Der riesige Erdkrater in Schmalkalden könnte bereits in zehn Tagen mit Kies gefüllt sein.

Schmalkalden - Der riesige Erdkrater in Schmalkalden könnte bereits in zehn Tagen mit Kies gefüllt sein. Innerhalb weniger Stunden sind schon mehr als 25 Lastwagen-Ladungen in den Trichter geschüttet worden.

“Das geht wie ein Uhrwerk“, sagte der Landrat des Kreises Schmalkalden-Meiningen, Ralf Luther (CDU). Zwei Bagger seien eingesetzt, darunter schweres Spezialgerät mit einem 18,5 Meter langen Greifarm. Im Umfeld des Kraters soll nach Angaben von Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) ein Frühwarnsystem installiert werden, das mögliche Erdbewegungen signalisiert. Zum Füllen des 20 Meter tiefen Kraters in Schmalkalden mitten in einem Wohngebiet werden nach Schätzung von Fachleuten etwa 40 000 Tonnen Kies benötigt. Das seien etwa 2000 Lastwagen-Ladungen.

Sechs Laster bringen den Kies seit Donnerstag 7.00 Uhr aus einer knapp zwölf Kilometer entfernten Grube zur Unglücksstelle. Bis zum Schichtwechsel am Abend könnten 1500 Tonnen Steine im Loch sein, schätzte Luther. Nachts soll die Transport-Frequenz wahrscheinlich noch erhöht werden. Das Frühwarnsystem soll in den nächsten Tagen kommen. “Es kann bei den anstehenden Bohrungen zur Untersuchung des Untergrunds eingebaut werden“, sagte Reinholz der Nachrichtenagentur dpa. Ein System, das Anwohner schnell vor Erdbewegungen im Untergrund warnt, gebe es schon länger in der Gemeinde Tiefenort. Dort war vor Jahren ebenfalls in einem Wohngebiet ein Krater aufgebrochen.

Riesen-Krater in Wohngebiet verschluckt Auto

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Die Bohrungen für die Untersuchung in Schmalkalden seien bis in eine Tiefe von 150 bis 200 Metern geplant. Sie sollen laut Landrat Luther erst beginnen, wenn der Trichter verfüllt ist. Experten fürchten, dass Regen weitere Ausspülungen und neue Erdeinbrüche auslösen könnte. “Wenn es kein extrem starker Regen ist, passiert aber überhaupt nichts“, sagte Luther. Vorbeugend wurden dennoch Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, um das Loch vor einem Wassereinbruch zu schützen. Reinholz bestätigte einen MDR-Bericht, wonach die Thüringer Landesregierung einen speziellen Fonds plant, um bei Erdfällen oder Hochwasser schneller helfen zu können. Der Minister verwies darauf, dass etwa 60 Prozent der Landesfläche wegen der geologischen Bedingungen gefährdet sind. Die Erdkrater entstehen, wenn etwa salzhaltige Schichten im Boden ausgewaschen werden und Hohlräume entstehen. Der Krater in Schmalkalden war in der Nacht zum Montag in einer Wohnsiedlung der Südthüringer Fachwerkstadt aufgebrochen.

dpa

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