Ein Toter, 20 Verletzte

Heftige Explosion bei Gasstation in Österreich - Leitungen wieder in Betrieb

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Gasexplosion in Niederösterreich

Ein Feuerball steht über dem kleinen Ort Baumgarten in Österreich. Am Vormittag ist es in einer Gasstation zu einer heftigen Explosion mit Großbrand gekommen. Das genaue Ausmaß des Unglücks ist unklar.

Update +++ Die Gasleitungen nach Italien, Deutschland und Ungarn sollen noch vor Mitternacht wieder in Betrieb gehen. Das teilte das Unternehmen Gas Connect, das die Leitungen betreibt, am Abend mit. Diese Entscheidung sei nach eingehender Kontrolle durch die Feuerwehr und das Landeskriminalamt gefällt worden. Der Transit durch Österreich über Baumgarten sei am Abend wieder in Betrieb genommen worden - „und somit kann die Gasversorgung der belieferten Länder gesichert werden“, heißt es in der Firmenmitteilung. Die nationale Erdgasversorgung sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, hieß es. Gas Connect ist eine Tochterfirma des österreichischen Energiekonzerns OMV. Derweil sind die beschädigten Teile der Anlage bis auf Weiteres außer Betrieb.

Baumgarten an der March - Bei der Explosion einer Gasstation in Österreich ist nach Anbgaben des Roten Kreuzes ein Mensch getötet worden. 20 Menschen seien verletzt worden, davon 17 leicht und einer schwer, sagte ein Sprecher. Zunächst herrschte große Unklarheit über die Zahl der Verletzten. Von bis zu 60 Verletzten war in ersten Meldungen die Rede. Zumindest ein Verletzter musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Die Einsatzkräfte erklärten, dass niemand außerhalb des Geländes verletzt wurde.

Die Explosion ereignete sich gegen 8.45 Uhr. Es wurde Großalarm für die Einsatzkräfte ausgelöst. Auf Bildern waren hohe Flammen zu sehen: Die Rauchwolke der gewaltigen Gasfackel war sogar bis ins 30 Kilometer entfernte Wien zu sehen. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. 

Brand unter Kontrolle

Die Feuerwehr hatte mit 240 Mann den Brand bald unter Kontrolle, wie die Polizei erklärte. 

Ursache war technischer Defekt

Die Explosion einer Gasstation in Österreich ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei auf technische Ursachen zurückzuführen. Das Landeskriminalamt nehme die Ermittlungen auf, schrieb die Polizei am Dienstag auf Twitter.

Die Gasstation ist etwas abseits des Ortes Baumgarten an der March nahe der österreichisch-slowakischen Grenze gelegen. Die Schäden beschränkten sich auf den Unglücksort. Dort wurden mehrere Gebäude und Fahrzeuge zerstört.

Die Hitze war so extrem, dass sogar Fahrzeuge am angrenzenden Parkplatz beschädigt wurden. 

Die Gasversorgung nach Deutschland ist ersten Angaben zufolge nicht betroffen. Es könne aber zu Einschränkungen Richtung Italien und Ländern auf dem Balkan kommen, sagte ein Sprecher der Gasconnect. 2015 wurden über die betroffene Station 40 Milliarden Kubikmeter Gas weitergeleitet.

Stromversorgung in andere Länder ist gestört

Wegen der Gasexplosion in Österreich hat die italienische Regierung Probleme bei der Belieferung gemeldet. „Heute gab es einen Vorfall in einer Gasstation in Österreich, weshalb wir ein ernsthaftes Problem mit der Versorgung haben“, sagte Wirtschaftsminister Carlo Calenda am Dienstag laut italienischen Nachrichtenagenturen. Dabei ging er auch auf die geplante Trans-Adria-Gaspipeline Tap ein, die von Aserbaidschan nach Italien führen soll. „Wenn wir Tap hätten, müssten wir heute nicht den Notstand ausrufen wegen dieses Versorgungsmangels.“

Der italienische Netzbetreiber Snam teilte mit, dass die Belieferung möglicherweise noch am Dienstag wieder aufgenommen werden könnte. Die Versorgung sei wegen der Lagerbestände auf jeden Fall gesichert. Auch das Wirtschaftsministerium wies auf Lagerbestände hin und erklärte, dass der Notstand in solchen Fällen automatisch ausgerufen werde. Die Lage sei „unter Kontrolle“.

Auch Lieferengpässe nach Süd- und Südosteuropa

Die Explosion in der österreichischen Gasverteilstation Baumgarten bringt den russischen Gasexport nach Süd- und Südosteuropa empfindlich durcheinander. Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte am Dienstag in Moskau mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag.

Von Österreich aus sei der Weitertransport nach Süden und Südosten bis auf weiteres unterbrochen, hieß es in einer Mitteilung der Gas Connect Austria GmbH. Das betrifft unter anderem die Slowakei, Slowenien, Ungarn und Kroatien. 

Die täglichen Lieferungen seien von 113,5 Millionen auf 14 Millionen Kubikmeter Gas gesunken, teilte der örtliche Transporteur Snam Rete Gas mit. Die Lieferungen nach Deutschland sind nicht betroffen. Die entsprechende Leitung sei unversehrt geblieben, sagte ein Sprecher von Gas Connect dem Radiosender Antenne Bayern.

dpa

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