„Krankenversicherung vor Herausforderungen“

Vorsicht: Krankenkassen-Beiträge drohen ab 2020 saftig anzusteigen

+
Höhere Zusatzbeiträge drohen den Geldbeutel ab kommenden Jahr zu belasten. (Symbolbild)

Bei gesetzlichen Krankenkassen könnten die Zusatzbeiträge im kommenden Jahr teurer werden. Was das für Versicherte bedeutet, ist final noch nicht absehbar.

Keine gute Nachrichten für gesetzlich Versicherte: Demnach könnten die Zusatzbeiträge für gesetzliche Krankenversicherungen im nächsten Jahr ansteigen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der jährlich neu errechnet wird, wird nach dpa-Informationen wohl von derzeit 0,9 Prozent um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte zunehmen.

Die mögliche Steigerung der Zusatzbeiträge könnten demnach anheben. Was das konkret bedeutet, verrät der Chef der Techniker-Krankenkasse im Gespräch mit dem Münchner Merkur*. Dennoch könnten die Gesamtbeiträge aufgrund der hohen Reserven der Krankenkassen sinken. Das geht aus dem am Freitag bekannt gewordenen Ergebnis des Schätzerkreises von Gesundheitsministerium, Bundesversicherungsamt und Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervor.

Jens Spahn: Entscheidend ist, was man wirklich zahlen muss

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der dpa: „Entscheidend für die Versicherten ist, was sie bei ihrer Kasse wirklich zahlen müssen. Dank der übermäßig hohen Rücklagen vieler Krankenkassen, werden die tatsächlich zu zahlenden Beiträge für sehr viele Versicherte unterm Strich in 2020 gleich bleiben oder sinken. Das ist die entscheidende Botschaft.“ Bis November entscheidet das Ministerium, wie hoch der Anstieg tatsächlich ausfällt. 

Jens Spahn macht wieder mit einem neuen Vorstoß auf sich aufmerksam. Er will Opfer von Vergewaltigungen besser unterstützen. Sie müssen die Kosten einer Spurensicherung oft selbst bezahlen. Das will Jens Spahn nun ändern, zu einer Kassenleistung.

Krankenkassen-Anstieg: Milliarden-Reserven als Rücklage

Die gesetzlichen Kassen haben inzwischen Reserven von mehr als 20 Milliarden Euro angespart, so dass bei vielen Kassen trotz des Anstiegs des durchschnittlichen Zusatzbeitrags der Gesamtbeitrag gesenkt werden könnte. Allein von 2015 bis 2019 legten die Gesamtreserven von 14,5 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro zu. Ob der Gesamtbeitrag also tatsächlich steigt oder eher fällt, hängt von der Finanzlage jeder einzelnen Krankenkasse ab.

In Bayern hat ein Rentner seine Krankenkasse geprellt - die Höhe des Betrags ist erstaunlich, wie Merkur.de* berichtet.

Höhere Beiträge für Krankenkassen - Preise bleiben wohl gleich

Seit 1. Januar diesen Jahres teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl den variablen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung als auch den allgemeinen, festen Beitrag von 14,6 Prozent je zur Hälfte. Davor mussten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag alleine schultern. Der mögliche Anstieg der Krankenkassen wird aller Voraussicht nach also nicht den Geldbeutel des Verbrauchers belasten.

dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare