Tatverdächtiger wegen Mordes angeklagt

Nach George Floyds Tod: Frau von verantwortlichem Ex-Polizisten reicht Scheidung ein

Kellie C., die Ehefrau des wegen Mordes an George Floyd angeklagten Ex-Polizisten Derek C., hat die Scheidung eingereicht.
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Kellie C., die Ehefrau des wegen Mordes an George Floyd angeklagten Ex-Polizisten Derek C., hat die Scheidung eingereicht.

Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat auch privat Folgen für den verantwortlichen Polizisten: Seine Frau lässt sich scheiden. 

  • Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz gibt es Konsequenzen für den verantwortlichen Beamten.
  • Er verlor seinen Job und ist wegen Mordes angeklagt.
  • Nun wurde außerdem bekannt: Seine Noch-Ehefrau hat die Scheidung eingereicht.

Minnesota - Acht Minuten und 46 Sekunden lang drückte der Ex-Polizist Derek C. am Montag, 25. Mai, sein Knie bei einem Polizeieinsatz in den Nacken des Afroamerikaners George Floyd, während dieser mit Handschellen gefesselt am Boden lag. „Zwei Minuten und 53 Sekunden davon war Mr. Floyd nicht ansprechbar“, heißt es in der Strafanzeige, die am Freitag gegen Derek C. erlassen wurde. Floyd starb infolge der Tat in einem Krankenhaus.

Nach George Floyds Tod: Ehefrau des verantwortlichen Polizisten lässt sich scheiden

Die Ehefrau des Ex-Polizisten, Kellie C., hat nun ebenfalls Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen und reichte die Scheidung von Derek C. ein. „Sie ist wegen des Todes von Mr. Floyd am Boden zerstört und ihre ganze Sympathie gilt seiner Familie, seiner Lieben und jedem, der trauert. Sie hat beantragt, ihre Ehe mit Derek C. aufzulösen“, heißt es laut einem Bericht von Bild.de in dem Statement, das von einer Anwaltskanzlei, die Kellie C. vertritt, herausgegeben wurde. 

Insgesamt zehn Jahre waren der Ex-Polizist und seine Noch-Ehefrau verheiratet. Der grausame Vorfall hat Derek C. nicht nur die Scheidung eingebracht, sondern ihm auch den Job gekostet - zudem erwartet ihn eine Anklage wegen Mordes. In den USA löste die Ermordung von George Floyd landesweit massive Proteste aus. In der Nacht zum Montag demonstrierten zum sechsten Mal in Folge zahlreiche Menschen auf den Straßen von US-Metropolen wie New York, Los Angeles oder Boston und natürlich dem Ort des Geschehens Minneapolis

Polizisten versuchen die landesweiten Proteste - wie hier in Minneapolis - unter Kontrolle zu bringen.

Grünen-Politiker Cem Özdemir erwartet nicht, dass die Eskalationen um die Polizeigewalt in den US-Staaten ein jähes Ende finden - im Gegenteil: Präsident Trump werde den Aufstand weiter anheizen.

Proteste in den USA - Präsident Trump wird vorübergehend in Bunker gebracht

Auch in Washington fanden Proteste statt - unter anderem in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses. Am Freitag wurde US-Präsident Donald Trump* deshalb vorübergehend in einen Bunker gebracht. Für die ausufernden Demonstrationen macht er unter anderem die Antifa verantwortlich*. Er kündigte an, die Antifa als terroristische Organisation einstufen zu wollen.

Die Proteste schlagen unterdessen immer mehr in Gewalt um - so zeigten Fernsehbilder brennende Autos in Boston und Plünderungen in Philadelphia. Angesichts dessen hat ein Sohn von George Floyd dazu aufgerufen, bei den andauernden Demonstrationen Gewalt zu vermeiden. Doch Quincy Mason Floyd zeigte sich zugleich auch berührt von der enormen Anteilnahme am Tod seines Vaters. 

Alle aktuellen Entwicklungen bei den Protesten in den USA lesen Sie in unserem News-Ticker.

Ein DFB-Nationalspieler zeigt sich auf einer Anti-Rassismus-Demo und gibt dabei den Vorsänger.

cia mit dpa-Material

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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